Kontinenz Gesellschaft in AWMF aufgenommen

Andreas Wiedemann, 1. Vorsitzender der Deutschen Kontinenz Gesellschaft: “wichtiges Signal sowohl für unseren Auftrag als auch für unsere strategische und inhaltliche Ausrichtung”. Foto: Universität Witten/Herdecke

Die Deutsche Kontinenz Gesellschaft (DKG) e.V. ist in den Kreis der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) aufgenommen worden. In der AWMF sind damit 184 wissenschaftliche Fachgesellschaften der Medizin zusammengeschlossen.

Die Delegiertenkonferenz der AWMF stimmte der Aufnahme am 04.11.2023 in Frankfurt am Main ohne Gegenstimmen zu.

Die DKG arbeitet seit 1987 mit dem Ziel, Maßnahmen zur Prävention, Diagnostik und Behandlung der Harn- und Stuhlinkontinenz zu fördern. Bei Gründung verfolgte die DKG zunächst das Ziel, die Versorgung der Betroffenen zu verbessern und eine adäquate Beratung sicher zu stellen. Auch deshalb waren zu dieser Zeit nicht nur medizinische, pflegerische und physiotherapeutische Fachexperten in der DKG Mitglied, sondern bewusst auch von Inkontinenz Betroffene. Dabei wurde auch der intensive Kontakt zu Selbsthilfegruppen gepflegt. Dies hat sich inzwischen geändert.

In den vergangenen 10 Jahren hat sich die DKG zu einer wissenschaftlich-medizinischen interdisziplinären Fachgesellschaft weiterentwickelt. Der Fokus der Gesellschaft liegt heute auf der Gesundheitspflege und insbesondere auf der Förderung und Koordination von Forschung, Praxis und Lehre in Bezug auf die interdisziplinäre Behandlung von Harn- und Stuhlinkontinenz sowie Erkrankungen des Beckenbodens.

Die DKG hat aktuell 2500 Mitglieder, darunter Ärzte aus verschiedenen medizinischen Fachrichtungen – u.a. Urologie, Gynäkologie, Chirurgie, Neurologie, Geriatrie, Innere Medizin – und spezialisierte Pflegefachkräfte, Physiotherapeuten und Apotheker.

„Für uns war die Aufnahme in die AWMF ein wichtiges Signal sowohl für unseren Auftrag als auch für unsere strategische und inhaltliche Ausrichtung. Wir verfolgen die Förderung der medizinischen Wissenschaft mit dem Ziel, die Diagnose und Behandlung von Inkontinenz und Erkrankungen des Beckenbodens zu verbessern. Dabei setzen wir gezielt auf Interdisziplinarität. Mit der Aufnahme in die AWMF wurden diese Arbeit und dieser Fokus bestätigt. Wir sehen darin eine besondere Anerkennung“, so Prof. Andreas Wiedemann, 1. Vorsitzender der DKG und Chefarzt der Urologischen Klinik am Ev. Krankenhaus Witten gGmbH sowie Professor für Urogeriatrie am Lehrstuhl für Geriatrie der Universität Witten Herdecke.

Die AWMF wurde 1962 gegründet. Sie beschäftigt sich mit grundsätzlichen und fachübergreifenden Fragestellungen in der wissenschaftlichen Medizin, sie fördert die Zusammenarbeit ihrer Mitgliedsgesellschaften bei der Wahrnehmung ihrer wissenschaftlich-medizinischen Aufgaben und Ziele sowie den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis.

Mitglied in der AWMF können nur Gesellschaften werden, die sich ausschließlich oder vorwiegend wissenschaftlichen Fragen der Medizin einschließlich ihrer praktischen Anwendung widmen. Es gibt ein streng festgelegtes Aufnahmeverfahren und klar definierte Aufnahmekriterien.

Leitlinien – wichtige Instrumente für die Qualitätssicherung

Ein wesentlicher Auftrag der AWMF ist auch die Koordination der Entwicklung von Leitlinien, auf die jeder im AWMF-Leitlinienregister zugreifen kann. Leitlinien sind wichtige Instrumente für die Qualitätssicherung in der medizinischen Versorgung. Durch die Leitlinien wird aktuelles Wissen vermittelt, systematisch erarbeitet und durch Fachexperten bewertet.

Wiedemann macht deutlich, dass sich die DKG aktiv in die Arbeit der AWMF einbringen wird. So betont der Vorsitzende der DKG nach der Aufnahme in die AWMF: „Unser Ziel ist es, die Arbeit der AWMF mit unserer besonderen Expertise zu unterstützen und zu fördern. Dabei wird es uns auch darum gehen, das wichtige Thema der Inkontinenzbehandlung sowohl auf wissenschaftlicher Ebene als auch in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen.“

Die DKG kündigt in diesem Zusammenhang an, dass sie sich wie bisher insbesondere an der Erstellung von medizinischen Leitlinien aktiv beteiligen wird, um die Versorgung von Betroffenen weiter zu verbessern. In Deutschland sind 10 Millionen Menschen von Inkontinenz oder Erkrankungen des Beckenbodens betroffen.

(DKG/ms)