Kontroverser Jahresauftakt zur Uro-Onkologie

In Magdeburg findet alljährlich der “Uro-Onkologische Jahresauftakt” statt. Foto: marcus_hofmann – Fotolia.com

Beim diesjährigen „Uro-Onkologischen Jahresauftakt“ am 11. und 12. Januar 2019 in Magdeburg diskutierten über 400 Urologen, Onkologen und Strahlenmediziner über Kontroversen in der Uro-Onkologie.

Auf allen Gebieten urologischer Krebserkrankungen ist die personalisierte Medizin rasant im Kommen. Angesichts der zunehmenden Zahl medizintechnischer und molekulargenetischer Diagnosemöglichkeiten sowie neuer chirurgischer, radiologischer und onkologischer Therapieoptionen stellen sich in der medizinischen Praxis immer öfter Fragen nach der besten Option für den Patienten.

Auf der Suche nach den richtigen Antworten setzt seit sieben Jahren der „Uro-Onkologische Jahresauftakt“ in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg Akzente. „Unsere Veranstaltung ist inzwischen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt“, sagt Prof. Martin Schostak, Direktor der Magdeburger Universitätsklinik für Urologie und Kinderurologie. Zusammen mit Prof. Thomas Brunner, Direktor der Magdeburger Universitätsklinik für Strahlentherapie, und Prof. Florian Seseke, Chefarzt der Klinik für Urologie am Krankenhaus Martha-Maria in Halle-Dölau, hat er die wissenschaftliche Leitung der Veranstaltung inne. Im vergangenen Jahr wurde das Symposium zum zweiten Mal von der Landeshauptstadt Magdeburg mit dem „OttoAward“ für die beste Veranstaltung ausgezeichnet.

Beim Symposium berichteten 42 Referenten in über 50 Vorträgen und mehreren Postern über Ergebnisse der medizinischen Forschung zu verschiedenen Erkrankungsstadien von Harnblasen- und Harnröhren-, Hoden-, Nierenzell- und Prostatakrebs.

Einen von mehreren Schwerpunkten bildeten fokale Therapien, die bei einem auf die Prostatakapsel beschränkten Prostatakrebs eingesetzt werden können. Eines der modernsten Verfahren ist Hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU) mit dem “Focal One®“, das am zertifizierten Prostatazentrum des Magdeburger Universitätsklinikums im Rahmen wissenschaftlicher Studien für Patientenbehandlungen eingesetzt wird. Ziel der modernen Medizin ist es, die Risiken von Nebenwirkungen chirurgischer und strahlentherapeutischer Verfahren weiter zu reduzieren sowie den Patienten die bestmögliche Lebensqualität trotz einer Krebserkrankung zu bieten.

Vernachlässigte Pathologie 

Die auf dem Magdeburger Symposium bewusst kontrovers geführten Diskussionen im Anschluss an die Kurzvorträge zeigten erneut, wie wichtig für die Nutzenbewertung verschiedener Therapien gut geführte wissenschaftliche Studien sind. In diesem Zusammenhang verwies Schostak auf die in Deutschland leider vernachlässigte Bedeutung der Pathologie nach dem Lebensende, um die verschiedenen Therapieschema bei bereits metastasierten urologischen Tumoren unter dem Einsatz neuer Medikamentenklassen besser beurteilen zu können. „Bedauerlicherweise sinkt seit mehreren Jahren die Zahl der medizinischen Obduktionen, so dass die genaue Todesursache oftmals nur vermutet wird. Diese Tendenz kann letztlich den medizinischen Fortschritt behindern“, warnte der Magdeburger Urologe.

Der diesjährige Preis für das beste Poster ging an Forscher des Freiburger Uniklinikums für ein Poster über Bildmerkmale aus PSMA-PET Bildern zur nicht-invasiven Tumordetektion und Charakterisierung des Gleason-Scores bei Patienten mit Prostatakrebs.

(Universitätsklinikum Magdeburg / ms)