Kopf-Hals-Krebs: Test weist Tumor-DNA im Urin nach17. Mai 2024 Symbolfoto: sirirat/stock.adobe.com Mögliche nichtinvasive Alternative zum Biomarker-Nachweis im Blut: Ein von US-amerikanischen Forschenden entwickelter Test für zu Hause kann Tumor-DNA-Fragmente von Kopf-Hals-Tumoren im Urin nachweisen. Ein Team des Rogel Cancer Center der University of Michigan Health hat einen Test auf Urinbasis entwickelt, der von Kopf- und Halstumoren freigesetzte DNA-Fragmente aufspürt. Der Test könnte möglicherweise die Früherkennung dieser Krebstypen erleichtern, für die es derzeit keine zuverlässige Screening-Methode gibt. Mit Hilfe der Sequenzierung des gesamten Genoms konnte die Rogel-Gruppe zeigen, dass die von Tumorzellen freigesetzten zellfreien DNA-Fragmente, die über die Nieren aus dem Blutkreislauf in den Urin gelangen, überwiegend ultrakurz sind, weniger als 50 Basenpaare. Wegen ihrer geringen Größe werden diese Fragmente bei herkömmlichen Urin- oder Blut-basierten Flüssigbiopsie-Tests zum Nachweis zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) mit höherer Wahrscheinlichkeit übersehen. „In dieser Studie liefern wir Beweise für die Hypothese, dass herkömmliche Tests ultrakurze Fragmente im Urin nicht erkennen, da sie auf längere DNA-Fragmente ausgerichtet sind. Unser Team hat einen unkonventionellen Ansatz gewählt, um einen Urintest für den Nachweis von HPV-positiver ctDNA bei Kopf- und Halskrebs zu entwickeln“, so der Co-Erstautor der Studie, Dr. Chandan Bhambhani. Der Test, der sich noch in der Erprobungsphase befindet, wurde bereits zu Forschungszwecken an Patienten verteilt, sodass die Wissenschaftler aussagekräftige Daten über die Wirksamkeit des Kits für den Hausgebrauch sammeln konnten. Die Teilnehmer nehmen eine Urinprobe und schicken sie an das Labor der University of Michigan, wo der Test durchgeführt werden kann, um Kopf-Hals-Tumoren zu detektieren. „Eines der bemerkenswertesten Ergebnisse dieser Studie ist, dass der entwickelte Test Krebsrezidive weitaus früher erkannt hat, als dies normalerweise auf der Grundlage der klinischen Bildgebung der Fall wäre“, so Chad Brenner, Mitautor der Studie. Auf Basis der Ergebnisse wolle man den Umfang der Studie erweitern. Während sich die ersten Studien auf Kopf-Hals-Tumore konzentrierten, wird in der Veröffentlichung auch eine neue Methode beschrieben, mit der der Test auf andere Krebsarten ausgeweitet werden könnte. Die Autoren zeigen zum Beispiel, dass der Test ctDNA im Urin von Brustkrebspatientinnen und bei Akuter myeloischer Leukämie nachweisen kann. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten, die Anwendung von Urintests auch für diese zusätzlichen Krebsarten zu untersuchen, so die Autoren.
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