Kopfzentrum am BundeswehrZentralkrankenhaus Koblenz13. Januar 2020 Generalärztin Dr. Nolte präsentiert das neue Kopfzentrum. Foto: obs/Presse- und Informationszentrum Sanitätsdienst/Andreas Weidner Um den engen anatomischen Beziehungen Rechnung zu tragen, sollten bei Unfällen und Verletzungen, die den Kopfbereich betreffen, verschiedene Fachärzte und Fachzahnärzte eng zusammenarbeiten. Am Bundeswehr-Zentralkrankenhaus Koblenz wurde deshalb ein Kopfzentrum gegründet. Schon bei der Einlieferung eines schwerwiegend verunfallten Patienten koordinieren sich die Kopffächer am Bundeswehr-Zentralkrankenhaus und legen gemeinsam mit den Radiologen die diagnostischen Maßnahmen fest, die notwendig sind, um schnell und gezielt das Ausmaß und die Schwere der Verletzungen zu diagnostizieren. Hiernach wird in einer fächerübergreifenden Konferenz der weitere Behandlungsablauf geplant, um unter Berücksichtigung von Notfallmaßnahmen und absolut dringlichen Behandlungen die meist schrittweise chirurgische Behandlung festzulegen. Schließlich wird, nachdem beim verunfallten Patienten das Schlimmste überstanden ist, eine möglicherweise notwendige Rehabilitation und Wiederherstellung im Kopf- und Gesichtsbereich und auch im Zahn-, Mund-, Kieferbereich geplant und durchgeführt. Manchmal dauern diese zum Teil hochkomplexen Behandlungsabläufe viele Monate und müssen unter den Kopffächern genau abgestimmt und auch immer wieder neu evaluiert werden. Um die schon bestehende Zusammenarbeit zwischen den Kopffächern weiter zu verstärkten und um Arbeitsabläufe im Krankenhaus weiter auszubauen, wurde am Bundeswehr-Zentralkrankenhaus Koblenz das Kopfzentrum gegründet, an dem sich die Kliniken für Neurochirurgie, Augenheilkunde, Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie, Zahnmedizin und Radiologie, Neurologie, Onkologie und Pathologie beteiligen. Ärztliche Direktorin des Zentrums ist Generalärztin Dr. Almut Nolte. Anlässlich der Gründungssitzung wurden Oberstarzt Prof. Richard Werkmeister (Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie) zum Vorsitzenden und Flottenarzt PD Dr. Ramin Naraghi (Neurochirurgie) zum Stellvertretenden Vorsitzenden des Kopfzentrums gewählt. In den wöchentlichen “Kopfkonferenzen” werden die diagnostischen Maßnahmen und die gemeinsamen Behandlungsabläufe besprochen, koordiniert und festgelegt. In gleicher Weise werden auch Behandlungen anderer Erkrankungen wie Tumoren im Kopf-, Hals- und Gesichtsbereich, bei denen eine Mitwirkung verschiedener Kopffächer, aber auch der Radiologen und Onkologen unbedingt notwendig ist, koordiniert. Das neu gegründete Kopfzentrum arbeitet sehr eng mit dem Traumazentrum zusammen, aber auch mit anderen Fachdisziplinen wie der Psychiatrie und der Mikrobiologie. Neben der Festlegung von Behandlungsabläufen wird sich das Kopfzentrum gerade auf dem Gebiet der Qualitätskontrolle intensiv mit der Festlegung von wissenschaftlich bewährten Behandlungsabläufen beschäftigen. Das Kopfzentrum am Bundeswehr-Zentralkrankenhaus Koblenz beabsichtigt, sich auch für eine interdisziplinäre Fortbildung für die Kolleginnen und Kollegen aus Krankenhäusern und Praxen sowie aus anderen Sanitätseinrichtungen der Bundeswehr zu engagieren. So wird am Mittwoch, 11. März 2020, in der Aula des Bundeswehr-Zentralkrankenhauses das erste Symposium des Kopfzentrums stattfinden, bei dem dieses sich der Öffentlichkeit vorstellen wird.
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