Koronare Herzkrankheit: Asthma erhöht das Risiko offenbar nicht21. Februar 2024 © Graphicroyalty – stock.adobe.com (Symbolbild) In einer Beobachtungsstudie, für die Daten zu 1.522.910 Personen ausgewertet wurden, hat eine englische Arbeitsgruppe ermittelt, dass Asthma keinen Risikofaktor für eine Koronare Herzkrankheit (KHK) darstellt. Ältere Studien, in denen dieser Eindruck erweckt wurde, hätten möglicherweise aufgrund eines Detektions-Bias oder Restverzerrungen zu diesem Ergebnis geführt, formulieren die Verfasser der aktuellen Arbeit. Erstautor Carlos A. Valencia-Hernández vom National Heart and Lung Institute des Imperial College London (Großbritannien) und Kollegen wendeten einen Triangulationsansatz an, bei dem verschiedene Methoden mit unterschiedlichen potenziellen Verzerrungen eingesetzt wurden, um die Konfidenz in Bezug auf die Ergebnisse zu stärken. Zunächst wurden Krankenakten aus Großbritannien herangezogen, um in einer damit durchgeführten Beobachtungsstudie Asthmapatienten im Verhältnis 1:1 nach Alter, Geschlecht und frequentierter Hausarztpraxis mit der Allgemeinbevölkerung abzugleichen. Mit einer minimalen Adjustierung maßen die Forschenden den Zusammenhang zwischen Asthma und der KHK-Inzidenz (Myokardinfarkt: Krankenhausaufenthalt/Tod). Das Modell 1 umfasste Rauchen, den Body-Mass-Index, die Einnahme oraler Corticosteroide, Atopie und Armut; Modell 2 war zusätzlich angepasst an das Gesundheitsverhalten (Häufigkeit der Hausarztkonsultationen). Zum zweiten führten die Wissenschaftler eine Mendel´sche Randomisierungsstudie (MR) unter Verwendung von Daten der UK Biobank, des Trans-National Asthma Genetic Consortium (TAGC) und des Coronary Artery Disease Genome-wide Replication and Meta-analysis Consortium (CARDIoGRAM) durch. Unter Verwendung von 64 Asthma-Einzelnukleotidpolymorphismen schätzte man die Auswirkung von Asthma auf KHK mithilfe einer inversen varianzgewichteten Metaanalyse und Methoden, die die Pleiotropie berücksichtigen. Es stellte sich so heraus, dass Asthma mit einem um 6% erhöhten KHK-Risiko verbunden war (Modell 1: HR 1,06; 95%-KI 1,01–1,13). Nach Berücksichtigung des Verhaltens der Personen im Hinblick auf ihre Gesundheit fand man keinen Zusammenhang (Modell 2: HR 0,99; 95%-KI 0,94–1,05). Der Schweregrad des Asthmas veränderte laut den Forschenden den Zusammenhang nicht, wohl aber das Geschlecht (Frauen: HR 1,11; 95%-KI 1,01–1,21; Männer: HR 0,91; 95%-KI 0,84–0,98). Die MR-Studie (n=589.875) zeigte keinen Zusammenhang zwischen Asthma und KHK auf (OR 1,01; 95%-KI 0,98–1,04) sowie keine Veränderung durch das Geschlecht der Patienten. Fazit Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass Asthma kein Risikofaktor für eine KHK ist. (ac) Autoren: Valencia-Hernández CA et al. Korrespondenz: Chloe I. Bloom; [email protected] Studie: Asthma and incident coronary heart disease: an observational and Mendelian randomisation study Quelle: Eur Respir J 2023;62(5):2301788. Web: https://doi.org/10.1183/13993003.01788-2023
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