Krankheitsüberwachung bei soliden Tumoren von Kindern: Ergänzende Flüssigbiopsie empfohlen

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Solide Tumoren machen etwa 30 Prozent aller Krebserkrankungen bei Kindern aus. Die Diagnose basiert typischerweise auf der histologischen und molekularen Analyse einer Biopsie des Primärtumors. Niederländische Forscher empfehlen nun, zur Bestimmung von Metastasierungsstatus, Prognose und Überwachung des Behandlungsansprechens bei dem Patientenkollektiv zusätzlich die Flüssigbiopsie anzuwenden.

Flüssigbiopsien bieten gegenüber der herkömmlichen Gewebebiopsie mehrere Vorteile. Ihr Einsatz zur Genomanalyse und Reaktionsüberwachung von soliden Tumoren bei Kindern befindet sich jedoch noch im rein experimentellen Stadium und wird meist retrospektiv durchgeführt, ohne dass sich dies direkt auf das Patientenmanagement auswirken kann.

Nina Gelineau vom Princess Máxima Center for Pediatric Oncology Research (Utrecht, Niederlande) und ihre Kollegen haben nun eine Fallserie veröffentlicht, in der sie sechs klinische Fälle von Kindern mit einem soliden Tumor diskutieren. Bei allen Patienten erfolgte eine Testung per Flüssigbiopsie, und laut den Forschern verdeutlicht ihre Studie den Nutzen der Flüssigbiopsie. Sie empfehlen daher, zur Bestimmung von Metastasierungsstatus, Prognose und Überwachung des Behandlungsansprechens bei dem Patientenkollektiv die Flüssigbiopsie in Verbindung mit herkömmlichen Methoden anzuwenden.

Die Wissenschaftler nutzten für ihre Studie die quantitative Echtzeit(RT-q)-PCR, digitale Tröpfchen(dd)-PCR oder Bisulfit-Sequenzierung von zellfreier DNA mit reduzierter Darstellung (cfRRBS), um die Flüssigbiopsieproben zu untersuchen. Die Proben stammten von sechs pädiatrischen Patienten, die einen soliden Tumor hatten und deren Behandlung zwischen 2017 und 2023 am Princess Máxima Center for Pediatric Oncology erfolgte. Die Testergebnisse dienten der Unterstützung der klinischen Entscheidungsfindung, indem sie zur Diagnose, Prognose und zur Bewertung des Therapieansprechens im Rahmen einer Überwachung beitrugen.

Bei drei Patienten half die cfRRBS bei der Diagnose eines Rhabdomyosarkoms, eines Ewing-Sarkoms und eines Neuroblastoms (Fall 1–3). Weiteren zwei Patienten (Fall 4 und 5) diente die Flüssigbiopsie zur Unterstützung der Prognosestellung. Ein Patient litt an einem Neuroblastom, bei dem die ddPCR von MYCN zum Einsatz kam und der andere Patient hatte ein Rhabdomyosarkom, bei dem mittels RT-qPCR Rhabdomyosarkomspezifische mRNA im Knochenmark bestimmt wurde. Im sechsten Fall offenbarten mRNA-Tests das Fortschreiten der Krankheit und unterstützten die klinische Entscheidungsfindung. (sh)