Krebs-Studie: Zusammenhang zwischen Metastasierung und Menstruations-Zyklus entdeckt

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Ein internationales Team unter Leitung der Universität Wien hat untersucht, wie sich Veränderungen in der DNA auf Krankheiten auswirken. Die Ergebnisse legen nahe, dass das Risiko zur Streuung von Krebs verringert werden könnte, wenn Krebsoperationen in einer bestimmten Zyklusphase angesetzt werden.

In manchen Fällen kann eine kleine Veränderung im genetischen Material des Menschen weitreichende Folgen für das Leben und die Krankheitsanfälligkeit der betroffenen Personen haben. Ein solcher Einzelnukleotid-Polymorphismus, der häufig in menschlichen Populationen vorkommt, wurde unter der Leitung der Evolutionsbiologin Mihaela Pavlicev an der Universität Wien untersucht. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ veröffentlicht.

„Unsere Forschungsergebnisse können zur Aufklärung der Ursachen der weiblichen Reproduktionskrankheiten beitragen und zu einem besseren Verständnis führen, wie betroffene Personen gezielter vor den negativen Auswirkungen dieser Mutation geschützt werden können“, berichtet Pavlicev.

Die untersuchte Mutation im Gen Wnt4 wird schon länger mit einer Reihe weiblicher Reproduktionskrankheiten assoziiert: reproduktive Krebsarten, Endometriose, Fibroide oder das Risiko für Frühgeburten. Die neue Studie enthüllt nun den zugrunde liegenden Mechanismus für diese Effekte: Östrogenschübe aktivieren bestimmte Gene, im Fall dieser Mutation wird gleich nach einem Östrogenschub, der einen Eisprung auslöst, jenes zusätzliche Gen, Wnt4, in der Gebärmutter aktiviert. Östrogen ist einer der Hauptregulatoren weiblicher Fortpflanzungsprozesse, wie etwa der Eisprung und Zellvermehrung in der Gebärmutterschleimhaut. Östrogen fluktuiert außerdem während des Menstrualzyklus sehr stark.

Dieser mutierte Prozess begünstigt einerseits die Einnistung von Embryos und verringert das Risiko für Frühgeburten, andererseits wird dadurch aber auch anderes Östrogen-responsives Gewebe, wie der Gebärmutterhals, Eierstöcke und Brust, für Invasion durch die Metastasen vulnerabel gemacht. „Wir haben herausgefunden, dass diese Krebsneigung also nicht etwa besteht, weil mehr Krebszellen gebildet werden, sondern weil betroffene Gewebe das Eindringen der Krebszellen weniger gut verhindern können“, erklärt Pavlicev.

Das liefert einen neuen Ansatzpunkt in der Krebstherapie: „Dieses neue Wissen darüber, dass sich Metastasen bei bestimmten genetischen Voraussetzungen und in einer bestimmten Phase des Menstrualzyklus leichter ausbreiten können, kann man zum Beispiel beim Planen der Krebsoperationen nützen“, so die Forscherin.