Krebsimmunologie: Hans-Georg Rammensee für sein Lebenswerk ausgezeichnet8. Mai 2023 Prof. Hans-Georg Rammensee während der jährlichen internationalen CIMT Tagung in Mainz. Foto: ©Andrea Enderlein/CIMT Prof. Hans-Georg Rammensee und sein Team haben internationale Pionierarbeit mit der Aufklärung der Erkennungsmechanismen der T-Zellen im menschlichen Immunsystem geleistet. Seine Arbeit hat wesentlich zum Verständnis der Spezifität der T-Zell-Erkennung sowie zur Entwicklung und Funktion von Impfstoffen beigetragen. Für seine bahnbrechenden wissenschaftlichen Erkenntnisse im Bereich der personalisierten Krebspeptid-Impfstoffentwicklung und der Krebsimmunologie erhielt er am 4. Mai 2023 den „Lifetime Achievement Award 2023“ der Association for Cancer Immunotherapy (CIMT) in Mainz. Im Mittelpunkt von Rammensees Forschung, der Abteilungsleiter Immunologie im Interfakultären Institut für Zellbiologie der Universität Tübingen ist, stehen Peptide, die sich an der Außenhülle von Zellen befinden. Sie signalisieren dem Immunsystem, ob eine Körperzelle gesund oder krank ist. Bei entsprechender Identifizierung sind die T-Zellen in der Lage, Veränderungen in den Peptiden zu erkennen – so auch bei mutierten Peptiden wie etwa bei Tumorerkrankungen. Dies kann zu einer Aktivierung des Immunsystems und Vernichtung der Tumorzellen führen. Mit dem von Rammensee entwickelten Verfahren lassen sich die von den T-Zellen erkannten Peptidantigene aus Viren und Tumorzellen genau bestimmen. Darauf aufbauend kann die Immuntherapie von Krebspatienten individuell angepasst werden. Außerdem ist er einer der Pioniere der mRNA-Impfung. Vor über 20 Jahren hat er zusammen mit Prof. Jung sowie Dr. Ingmar Hörr und PD Dr. Reinhard Obst die wissenschaftliche Basis für ein Verfahren zur Herstellung von mRNA-Impfstoffen gelegt. Rammensee ist darüber hinaus einer von drei Sprechern des „Image-Guided and Functionally Instructed Tumor Therapies“ (iFIT) Exzellenzclusters, eines von der DFG geförderten Forschungskonsortiums an der Universität und dem Universitätsklinikum Tübingen. Als einziges onkologisches Exzellenzcluster in Deutschland forschen seine Wissenschaftler an individualisierten und innovativen Krebstherapien, unter anderem auch an Krebspeptidimpfstoffen. Über die CIMT Die Association for Cancer Immunotherapy CIMT ist eine Plattform, die den Wissensaustausch zwischen Wissenschaftlern, Ärzten und Zulassungsbehörden, die Krebsimmuntherapien erforschen und entwickeln, erleichtert. CIMT wurde im Jahr 2002 von Ärzten und Forschenden aus verschiedenen Bereichen der klinischen und theoretischen Medizin als unabhängige gemeinnützige Organisation gegründet. Jedes Jahr organisiert die CIMT die größte und einflussreichste internationale Tagung zur Krebsimmuntherapie in Europa.
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