Kreisrunder Haarausfall: Therapie mit JAK-Inhibitoren

Haarausfall
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Alopecia areata (AA) zählt zu den Autoimmun­erkrankungen und weist ein Lebenszeitrisiko von etwa 2 % auf. Alopecia areata ist somit die häufigste Haarausfall­erkrankung und tritt in jedem Lebensalter auf, bevorzugt im zweiten und dritten Lebensjahrzehnt.

Bei einer Alopecia areata attackiert das Immunsystem die Haarfollikel, was zu den typischen kreisrunden Haarausfällen führt. Eine Prognose für den Krankheitsverlauf ist schwierig und es gibt bislang keine ursächliche und definitive Behandlung. In einer früheren genomweiten Untersuchung haben die Autoren der vorliegenden Studie in Alopezieläsionen aktive immunologische Regelkreise gefunden, inklusive γ-Ketten-Zytokinen und Interferon-Leitungsbahnen. Da diese Leitungsbahnen durch JAK-Kinasen angeregt werden, haben die Autoren niedermolekulare JAK-Inhibitoren erfolgreich im Mausmodell gegen AA eingesetzt.

Hierbei kam es zu einem Krankheitsstopp und zur Umkehr der etablierten Erkrankung. Nun liegen Ergebnisse aus einer Untersuchung mit 12 AA-Patienten vor, von denen 11 die Studie abschlossen. Zeigte die initiale Dosis von 2-mal täglich 5 mg Tofacitinib nur eingeschränkte Wirksamkeit, so wurde sie auf 2-mal 10 mg pro Tag erhöht. Bei 8 von 12 Patienten kam es zu einem Neubewuchs von ≥50 %, bei 3 Patienten zu einem Neubewuchs von <50 %. Bei 1 Patienten kam es zu keinerlei Neubewuchs. Die Profile der Genexpression und die Werte im Alopecia Areata Disease Activity Index (ALADIN) korrelierten mit der klinischen Reaktion.

Auch Open-Label-Studien mit Ruxolitinib and Tofacitinib haben nach Aussage der Autoren zu spektakulärer klinischer Wirkung bei moderater bis schwerer AA geführt, wodurch die Idee einer Behandlung der AA mit JAK-Inhibitoren Unterstützung finde.