Künstliche Befruchtung: Stimulierter Zyklus hat keine negativen Auswirkungen auf die Qualität der Eizellen23. April 2024 Foto: © Aliaksandr-Marko/stock.adobe.com Die Ergebnisse einer Studie aus Japan deuten darauf hin, dass die Methode des stimulierten Zyklus eine praktikable Methode zur Gewinnung einer größeren Anzahl von Eizellen als die Methode des natürlichen Zyklus ist – und keine negativen Auswirkungen auf die Qualität der Eizellen hat. Es gibt eine anhaltende Debatte darüber, welche Methode besser ist: stimulierter Zyklus oder nicht-stimulierter Zyklus. Dies ist nicht nur deshalb wichtig, weil sich dies auf die Paare unterschiedlich auswirkt, sondern auch, weil es keine gesicherten Erkenntnisse darüber gibt, ob die Methode zur Auslösung des Eisprungs die Qualität des Embryos beeinflusst. Um diese Wissenslücke zu schließen, hat ein Forscherteam aus Japan eine Studie an einem Tiermodell durchgeführt. Ziel war es, die Unterschiede zwischen natürlich und stimuliert gewonnenen Eizellen zu erforschen. Professor Kazuo Yamagata von Kindai-Universität, Japan, erklärt die Motivation für die Studie, die in der Fachzeitschrift „Journal of Reproduction and Development“ veröffentlicht wurde: „Obwohl der Einfluss der Stimulation der Eierstöcke auf die Qualität der Embryonen bereits beschrieben wurde, bleibt diese Frage umstritten. Hier haben wir den Einfluss der ovariellen Stimulation auf die Entwicklungsgeschwindigkeit und die Chromosomensegregation mit Hilfe von Live-Cell-Imaging untersucht.“ Untersuchung mittels Live-Cell-Imaging Im Rahmen des Versuchsprotokolls wurden zwei Gruppen von weiblichen Mäusen gebildet, denen Eizellen entnommen wurden. Die stimulierte Gruppe wurde mit ovulationsauslösenden Mitteln behandelt, während die andere nicht stimulierte Gruppe keine Medikamente erhielt. Anschließend wurden alle lebensfähigen Eizellen mit Spermien befruchtet, die von einer einzigen männlichen Maus stammten, und die Entwicklung der Embryonen wurde mittels Live-Cell-Imaging überwacht. Erste Experimente bestätigten, dass die stimulierten Mäuse etwa 1,4-mal mehr lebensfähige Eizellen produzierten als die nicht stimulierten Mäuse. Zur Beurteilung von Entwicklungsanomalien in den befruchteten Eizellen setzten die Forscher dann ein neuartiges Live-Cell-Imaging-Verfahren ein, das zuvor von dem Team zur Langzeitbeobachtung von Präimplantationsembryonen entwickelt worden war. Durch Injektion kleiner Mengen von RNA, die für ein fluoreszierendes Protein kodiert, konnten die intrazellulären Prozesse einiger Embryonen beobachtet werden. Dieser Ansatz ermöglichte die Visualisierung der embryonalen Entwicklung in einem naturnahen Zustand. Detaillierte Beobachtungen der sich entwickelnden Embryonen ergaben keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen, was darauf hindeutet, dass die Stimulation die Bildung und Verteilung der Chromosomen oder den Prozess der Zellvermehrung nicht beeinträchtigt hat. Interessanterweise stellten die Forscher allerdings fest, dass die ersten Zellteilungen bei Embryonen aus stimulierten Eizellen etwas schneller abliefen, was zu einer schnelleren Entwicklung führte. Dies ist wichtig, da eine schnellere Anfangsentwicklung die Chancen auf eine erfolgreiche Einnistung erhöhen kann. Ergebnisse der Studie Insgesamt deuten laut den Forschern die Ergebnisse darauf hin, dass die Methode des stimulierten Zyklus eine praktikable Methode zur Gewinnung einer größeren Anzahl von Eizellen als die Methode des natürlichen Zyklus ist und keine negativen Auswirkungen auf die Qualität der Eizellen hat. Obwohl weitere Forschung in diesem Bereich erforderlich ist, geht das Forschungsteam davon aus, dass ihre Ergebnisse wichtige Auswirkungen auf die Zukunft der Fruchtbarkeitsforschung haben werden. „Unsere Studie liefert Fruchtbarkeitskliniken und Patientinnen nützliche Informationen, die ihnen bei der Entscheidung helfen werden, ob sie eine Stimulation der Eierstöcke durchführen sollten oder nicht“, schließt Yamagata.
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