Künstliche Intelligenz in der Krebsforschung: Münsteraner Seifert erhält Memorialstipendium9. August 2022 Robert Seifert vor einem PET/CT-Scanner zur Visualisierung von Prostatakarzinomen (Foto: © Stephan Himmen/UK Essen) Die Digitalisierung macht auch vor der Medizin nicht Halt. Einer, der sie intensiv einsetzt, ist Dr. Robert Seifert: Für sein innovatives Forschungsvorhaben erhielt der Arzt und Wissenschaftler der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) jetzt das Else Kröner Memorialstipendium. Die mit 230.000 Euro dotierte Zuwendung ermöglicht jährlich bis zu sechs jungen Ärztinnen und Ärzten eine 24-monatige Freistellung von ihren klinischen Aufgaben, um sich in dieser Zeit ganz der Forschung widmen zu können. Für den jungen Assistenzarzt der Unikliniken für Nuklearmedizin in Münster und Essen bedeutet dies den Startschuss für sein Vorhaben, therapeutische Studien durch molekulare Bildgebung und künstliche Intelligenz zu optimieren. Konkret konzentriert sich Seiferts Forschung auf die Auswertung der PSMA-Therapie bei Patienten mit Prostatakrebs. Bei PSMA handelt es sich um das prostataspezifische Membranantigen, eine mögliche Zielstruktur bei fortgeschrittenem Prostatakrebs. Aktuell fehlen noch wichtige Erkenntnisse dazu, welche Patienten tatsächlich von dieser Therapie profitieren. „Mithilfe von künstlicher Intelligenz und moderner Bildgebung möchten wir mehr darüber erfahren, wer für die PSMA-Therapie infrage kommt. Durch Auswertung von allen Metastasen und weiteren Charakteristiken wird eine stärker individualisierte Therapie ermöglicht“, sagt Seifert. Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern – ein besseres Verständnis der Erkrankung würde daher vielen Betroffenen zugutekommen. Doch auch Frauen könnten profitieren, da sich die neuen Methoden auf andere Krebserkrankungen übertragen lassen. Das Else Kröner Memorialstipendium ist nicht die erste Auszeichnung für Seifert. 2018 erhielt er für seine Doktorarbeit, die sich ebenfalls um die Verzahnung von Medizin und Informatik drehte, den Dissertationspreis der WWU. Durch das Stipendium wird ihm nun ermöglicht, den Grundstein für eine Karriere als Clinician Scientist, einem Arzt mit sowohl großer klinischer als auch wissenschaftlicher Kompetenz, zu legen. Zusammen mit Seifert wurde auch Dr. Julien H. Park ein Memorialstipendium bewilligt, sodass ein Drittel der diesjährigen Förderungen in die Medizin der Universität Münster geht. Die Else-Kröner-Fresenius-Stiftung wurde 1983 von der Namensgeberin gegründet und dient der Förderung von medizinischer Forschung und medizinisch-humanitären Hilfsprojekten. Bislang konnten 2.300 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 520 Millionen Euro unterstützt werden.
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