Künstliche Intelligenz soll Krebstherapie unterstützen11. Juni 2025 Bild: ©Natalia, generiert mit KI – stock.adobe.com Forschende der Technischen Universität München (TUM) und des TUM Klinikums erhalten eine Förderung von Google.org für das Projekt „AIdvice“. Dieses verfolgt das Ziel, aktuelles, evidenzbasiertes Fachwissen in nachvollziehbare und gleichzeitig individuell angepasste Antworten zu übersetzen. Rund zwei Drittel aller Krebspatienten suchen online nach Informationen zu ihrer Erkrankung. Sie befragen Chatbots, scrollen durch Foren, klicken sich durch Portale und geraten dabei häufig an veraltete, unvollständige oder falsche Inhalte. Auch medizinisches Fachpersonal nutzt regelmäßig digitale Quellen, um nach Behandlungsmethoden oder der Dosierung für Medikamente zu recherchieren und ist mit den gleichen Problemen konfrontiert. An dieser Stelle setzt der KI-Assistent „AIdvice Assistant“ an, den Forschende der TUM und des TUM Klinikums in den kommenden Jahren entwickeln und erproben wollen. Unterstützt werden sie dabei mit einer Förderung von 1,5 Mio. Dollar aus dem Google.org Accelerator: Generative AI. Die TUM wurde mit ihrem Projekt als eine von 20 gemeinnützigen Organisationen weltweit ausgewählt. Wissen individuell und verständlich aufbereitet Der KI-basierte „AIdvice Assistant“ soll ein Large Language Model (LLM) mit einer speziell entwickelten Wissensdatenbank kombinieren. Diese enthält relevante Leitlinien zur Krebstherapie. Nutzer – ob Betroffene oder medizinisches Fachpersonal – können dem Assistenten Fragen rund um die Krebserkrankung stellen, ähnlich wie bei bekannten Sprachmodellen. Im Unterschied zu diesen greift der Chatbot bei der Beantwortung der Fragen aber ausschließlich auf gesicherte Informationen zurück, die in der Datenbank enthalten sind. Dadurch wird das Risiko sogenannter Halluzinationen − also ausgedachter oder gar falscher Antworten − minimiert.„Das Sprachmodell soll aber nicht nur Antworten liefern, sondern sie dabei auch einer faktenbasierten Überprüfung unterziehen. Das Ziel ist, dass der Assistent jede Antwort in einzelne Aussagen zerlegt, diese mit der Wissensdatenbank abgleicht und mit den Originalquellen verknüpft. So lässt sich jede Information bis zur Ursprungsquelle zurückverfolgen – etwa eine Passage aus einer medizinischen Leitlinie“, sagt Florian Matthes, Professor für Software Engineering betrieblicher Informationssysteme an der TUM.Der „AIdvice Assistant“ richtet sich einerseits an Patienten sowie ihre Angehörigen, die nach Unterstützung bei Fragen beispielsweise zu Therapie, Nebenwirkungen oder Prävention suchen. Andererseits soll auch das medizinische Fachpersonal entlastet werden, das mit dem System evidenzbasiertes Wissen schneller finden und direkt auf Quellen zugreifen kann. Einsatz im Klinikalltag „In einer ersten Pilotphase wollen wir den Chatbot in der Klinikumgebung testen und unsere Wissensdatenbank kontinuierlich erweitern“, sagt PD Dr. Jan Peeken, geschäftsführender Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Radioonkologie und Strahlentherapie. „Das Ziel ist es, das System anschließend auch in Kliniken und Hausarztpraxen deutschlandweit einzusetzen und langfristig auf weitere europäische Länder auszuweiten.“Die Daten der Patienten werden in der Pilotphase auf den Servern der jeweiligen Kliniken gespeichert. Anschließend ist eine datenschutzkonforme Speicherung auf Servern in Deutschland geplant, die den Anforderungen des Gesundheits- und Pflegebereichs entspricht.
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