Lactobazillen als mögliche Therapie bei Diabetischer Nephropathie?

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Der probiotische Stamm Lactobacillus rhamnosus CMU-pb-7 hat bei Ratten mit diabetischer Nephropathie eine signifikante renoprotektive Wirkung entfalten. Darüber berichten aktuell Wissenschaftler der Guangdong Medical University (China).

Die Forschungsarbeit liefert laut den Autoren Hinweise darauf, dass dieser spezifische probiotische Stamm einen neuartigen therapeutischen Ansatz zur Behandlung der diabetischen Nierenerkrankung darstellen könnte.

So stellten die Forschenden fest, dass die Behandlung mit CMU-pb-7 den Allgemeinzustand und die biochemischen Serumprofile von Ratten mit diabetischer Nephropathie deutlich verbesserte. So senkte sich das Gesamtcholesterin um 36,3 Prozent, die Triglyceride um 55,1 Prozent und das Serumkreatinin um 39,7 Prozent. Die neuen Studienergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Current Molecular Pharmacology“ veröffentlicht

Renale Fibrose umgekehrt

Das Probiotikum kehrte außerdem die renale interstitielle Fibrose wirksam um und stellte die renale antioxidative Kapazität wieder her. Das zeigte sich in einem signifikanten Anstieg der Glutathion- und Superoxiddismutase-Werte sowie einer Reduzierung der Malondialdehyd- und Fe²⁺-Werte.

Auf mechanistischer Ebene aktivierte die Verabreichung von CMU-pb-7 den renalen antioxidativen Nrf2/HO-1/Gpx4-Signalweg. Damit hob sie die Unterdrückung dieser protektiven Gene auf, die in diabetischem Nierengewebe beobachtet worden war.

Zudem beobachteten die Forscher, dass die Behandlung mit CMU-pb-7 die Plasmakonzentrationen kurzkettiger Fettsäuren, insbesondere von Butyrat, deutlich erhöhte. In-vitro-Experimente mit AGE-stimulierten HK-2-Zellen bestätigten, dass die Behandlung mit Butyrat den oxidativen Stress signifikant abschwächte, indem sie denselben Nrf2/HO-1/Gpx4-Signalweg aktivierte.

Übertragbarkeit der Ergebnisse unklar

„CMU-pb-7 lindert die Nierenfunktionsstörung bei Ratten mit diabetischer Nephropathie, möglicherweise durch eine Verringerung des oxidativen Stresses infolge der durch Butyrat vermittelten Aktivierung des renalen Nrf2/HO-1/Gpx4-Signalwegs“, erklären die Autoren.

Obwohl die Ergebnisse vielversprechend sind, weisen die Autoren auf verschiedene Einschränkungen hin. So betonen sie die Notwendigkeit einer Nrf2-spezifischen funktionellen Validierung sowie klinischer Studien zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit bei menschlichen Patienten.

(ri/BIERMANN)