Lässt sich Alzheimer im Schlaf vorbeugen?2. Februar 2022 Dr. Merle Hönig (r.) und eine Mitarbeiterin der Studie am Tomographen. (Foto: © Uniklinik Köln/Gérard Bischof) Schlafstörungen gelten als Risikofaktor für die Alzheimer-Krankheit. Dr. Merle Hönig von der Universitätsklinik Köln und dem Forschungszentrum Jülich geht in ihrem Forschungsprojekt der Frage nach, ob die Behandlung von Schlafstörungen zur Alzheimer-Vorbeugung beitragen kann. Gefördert wird das zweijährige Forschungsprojekt von der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) mit 28.500 Euro. Die Alzheimer-Krankheit wird mit den beiden Eiweißen Beta-Amyloid und Tau in Zusammenhang gebracht. Eine neue Vermutung ist, dass diese Eiweiße im gesunden Gehirn im Schlaf aus dem zentralen Nervensystem gewaschen werden. Bei der Alzheimer-Krankheit ist dieser Reinigungsprozess wahrscheinlich gestört. Die Proteine verklumpen zu schädlichen Ablagerungen und Nervenzellen sterben ab. Anhaltende Schlafstörungen sind deshalb ein Risikofaktor für die Alzheimer-Krankheit. Besonders die Länge des Tiefschlafs scheint dabei entscheidend zu sein. Diese Beobachtung haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowohl bei gesunden Menschen als auch bei Menschen mit der Alzheimer-Krankheit gemacht. Hönig geht in ihrem Forschungsprojekt der Frage nach, welchen Zusammenhang es zwischen dem Tiefschlaf und den schädlichen Proteinablagerungen bei Menschen im Alzheimer-Frühstadium gibt. Dazu untersucht die Wissenschaftlerin eine Gruppe gesunder Menschen und eine Gruppe Alzheimer-Erkrankter im Frühstadium. Mithilfe der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) werden zunächst im Rahmen einer DFG-geförderten Studie die Proteinablagerungen Beta-Amyloid und Tau im Gehirn der Probanden und Probandinnen gemessen. Anschließend wird mit Hilfe von elektronischen Stirnbändern der Schlaf der Teilnehmenden überwacht. Nach 18 Monaten sollen die Proteinablagerungen aller Teilnehmer erneut gemessen werden. Auf diesem Weg wird überprüft, ob die Länge des Tiefschlafs den Verlauf der Alzheimer-Krankheit vorhersagen kann. Sollte sich diese Hypothese bestätigen, könnte die Behandlung von Schlafstörungen ein neuer Ansatz zur Vorbeugung der Alzheimer-Krankheit sein.
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