Diabetesprävention: Veränderter Lebensstil effektiver als Medikamente2. März 2018 © Zerbor – fotolia.com Bei Erwachsenen, die Diabetes-gefährdet sind, reduzieren Modifikationen des Lebensstils (LSM) und Medikamente (Substanzen zur Gewichtsabnahme und Insulinsensitizer) erfolgreich die Diabetes-Inzidenz, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Doch die Effekte der Medikamente seien nur kurzlebig gewesen, schreibt das Team um Dr. J. Sonya Haw von der Emory University in Atlanta. Die LSM-Interventionen blieben über mehrere Jahre erhalten. Allerdings hätten ihre Effekte mit der Zeit abgenommen, was dafür spricht, dass Interventionen zu ihrem Erhalt notwendig sind. Haw und ihre Kollegen hatten Datenbanken nach geeigneten randomisierten klinischen Studien durchsucht, die LSM- und medikamentöse Interventionen (>6 Monate) evaluierten. Sie schlossen 43 Studien ein und fassten sie in einer Meta-Analyse zusammen (49.029 Teilnehmer; mittleres [Standardabweichung, SD] Alter, 57,3 [8,7] Jahre; 48,0 % [n=23.549] Männer): 19 testeten Medikamente; 19 evaluierten LSM und 5 testeten kombinierte Medikamente und LSM. Die Gutachter extrahierten die Zahl der Diabetesfälle am Ende der aktiven Intervention in den Behandlungs- und Kontrollgruppe. Mittels Random-Effects-Metaanalysen ermittelten sie die gepoolten relativen Risiken (RRs). Die angegebenen Inzidenzraten wurden genutzt, um die gepoolten Risikounterschiede zu berechnen (RDs). Wie die Ergebnisse belegen, waren LSM am Ende der aktiven Intervention (Spanne 0,5–6,3 Jahre) mit einer RR-Reduktion von 39 % (RR 0,61; 95 %-KI 0,54–0,68) assoziiert. Die Medikamente seien mit einer RR-Reduktion um 36 % verbunden gewesen (RR 0,64; 95 %-KI 0,54–0,76), berichten die Autoren. Sie kalkulierten eine RD für die LSM- und Medikationsstudien von 4,0 Fällen (95 %-KI 1,8-6,3) pro 100 Personenjahre bzw. eine Number-needed-to-treat von 25. Ferner zeigte sich, dass am Ende der Auswasch- oder Nachbeobachtungsphasen die LSM-Studien (mittlere Nachbeobachtung 7,2 Jahre; Spanne 5,7–9,4 Jahre) eine RR-Reduktion von 28 % erzielten (RR 0,72; 95 %-KI 0,60–0,86). Hingegen zeigten die Medikationsstudien (mittlere Nachbeobachtung 17 Wochen; Spanne 2–52 Wochen) keine anhaltende RR-Reduktion (RR 0,95; 95 %-KI 0,79–1,14). Fazit Bei Erwachsenen mit einem Risiko für Diabetes haben LSM und Medikamente die Diabetes-Inzidenz erfolgreich reduziert. Arzneimittelwirkungen waren von kurzer Dauer. Die LSM-Interventionen wurden mehrere Jahre beibehalten. Ihre Auswirkungen nahmen jedoch mit der Zeit ab. Autoren: Haw JS et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Long-term Sustainability of Diabetes Prevention Approaches: A Systematic Review and Meta-analysis of Randomized Clinical Trials Quelle: JAMA Intern Med 2017;177(12):1808-1817. Web: dx.doi.org/10.1001/jamainternmed.2017.6040
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