Langzeitwirkung der velopharyngealen Chirurgie17. April 2020 Foto: © Zerbor/Adobe Stock Eine aktuelle Studie untersuchte die Langzeitwirkung der velopharyngealen Chirurgie bei obstruktiver Schlafapnoe. Ergebnis: Der Eingriff stellt eine effektive und sichere Intervention dar. Das Schlafapnoe-Syndrom ist ein Beschwerdebild, das durch periodische Atemstörungen (Apnoen) und/oder Minderbelüftung der Lunge (alveoläre Hypoventilation) während des Schlafs verursacht wird. Es ist gekennzeichnet durch eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit bis hin zum Einschlafzwang (Sekundenschlaf) sowie einer Reihe weiterer Symptome und Folgeerkrankungen. Die sich wiederholenden Apnoen führen zu einer verringerten Sauerstoffversorgung bei gleichzeitigem Anstieg des Kohlendioxidgehaltes des Blutes und in deren Folge zu wiederholten Aufwachreaktionen. Zur Untersuchung der Langzeitwirkung der velopharyngealen Chirurgie auf die objektiv feststellbaren sowie die subjektiv empfundenen Symptome bei Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe haben Otolaryngologen der Universitätsklinik in Peking, China, an ihrer Institution eine prospektive Kohortenstudie durchgeführt. Insgesamt unterzogen sich an der Klinik 86 Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe einer velopharyngealen Chirurgie, die auf einer verbesserten Uvulopalatopharyngoplastik unter Erhaltung der Uvula mit oder ohne begleitende transpalatale Pharyngoplastik basiert. Die Ergebnisse der Polysomnographie sowie der Epworth-Schläfrigkeitsskala wurden nach 6 Monaten und 5 Jahren mit den Baselinedaten verglichen. Die zu Baseline erhobenen Variablen wurden zwischen Respondern und Non-Respondern verglichen. Die Autoren schreiben, dass 63 Patienten die Studie inklusive Nachuntersuchung erfolgreich beendeten. Der Apnoe-Hypnoe-Index sowie die Epworth-Schläfrigkeitsskala nahmen im Vergleich zu Baseline nach 6 Monaten bzw. 5 Jahren drastisch ab. Im Vergleich zu den Non-Respondern wiesen die Responder größere Tonsillen sowie einen höheren Wert bzgl. der niedrigsten Sauerstoffsättigung auf; außerdem kam es bei den Respondern zu niedrigeren CT90-Werten (Anteil der Zeitspanne mit einer Sauerstoffsaturierung von < 90 %). Responder wiesen in der Computertomographie eine kürzere vertikale Distanz zwischen der unteren Kante der Mandibel und dem Zungenbein auf. Die Größe der Tonsillen sowie die CT90-Werte zeigten hohe prädiktive Werte bezüglich des Behandlungserfolges. Die velopharyngeale Chirurgie ist nach Ansicht der Autoren eine effektive und sichere Intervention zur Verbesserung der nächtlichen Atmung und damit einhergehend der Schläfrigkeit am Tage; dies konnte eindeutig durch die Nachuntersuchungen der Patienten mit Obstruktiver Schlafapnoe nach 6 Monaten und nach 5 Jahren nachgewiesen werden. (am) Originalpublikation:Yin et al. Five-Year Objective and Subjective Outcomes of Velopharyngeal Surgery for Patients with Obstructive Sleep Apnea. Otolaryngol Head Neck Surg 2020 Jan;162(1):148–154.
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