Lebensmittelallergie mit atopischer Dermatitis – Risikofaktor S. aureus4. Juni 2019 Symbolbild: ©Tanawut / Adobe Stock Laut aktuellen Studienergebnissen könnte Staphylococcus aureus ein wichtiger Risikofaktor sein, der zur Lebensmittelallergie bei Kindern mit atopischem Ekzem beiträgt. „Wir wissen noch nicht, welche genauen Mechanismen von der atopischen Dermatitis zu Lebensmittelallergie führen, aber unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Staphylococcus aureus ein wichtiger Faktor sein könnte, der zu diesem Ergebnis beiträgt”, sagt Dr. Olympia Tsilochristou, die leitende Autorin dieses wissenschaftlichen Beitrags. Die Studienergebnisse stammen aus einer explorativen Sekundäranalyse von Daten aus der Studie „Learning Early About Peanut Allergy” (LEAP), die Prof. Lack am King’s College in London geleitet hat. Die Autoren belegten, dass Kinder mit schwerer atopischer Dermatitis (AD) und/oder einer Eierallergie, deren Haut eine Kolonisierung mit S. aureus aufwies, höhere sIgE-Werte gegen Erdnüsse und Eiweiß hatten als Kinder, die noch nie Kolonien von S. aureus ausgesetzt waren. Bemerkenswert ist, dass diese Ergebnisse unabhängig von der Schwere der AD waren. Außerdem zeigte sich, dass die Eierallergie bei Kindern mit einer Kolonialisierung der Haut und/oder der Nase mit S. aureus eher bis zum Alter von 5 oder 6 Jahren weiterbestand. Dies ist wichtig, da die meisten Kinder mit Eierallergie in der Regel vor diesen Zeitpunkten aus dieser Allergie „herauswachsen”. Interessanterweise berichteten die Autoren auch, dass Kinder mit S. aureus auf der Haut und/oder in der Nase mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Erdnussallergie entwickelten, obwohl ihnen schon ab ihrer Aufnahme in die Studie Erdnussprodukte verabreicht worden waren. Auch diese Ergebnisse waren unabhängig von der Schwere der AD. „Die Rolle von S. aureus sollte bei zukünftigen Studien berücksichtigt werden, die darauf abzielen, die Toleranz gegenüber Lebensmittelallergenen bei Säuglingen mit AD zu fördern und zu erhalten”, sagte Prof. du Toit, Mitautor dieses Artikels und führender Autor früherer LEAP-Publikationen. Lack betonte zum Abschluss: „Weitere prospektive Längsschnittstudien, die S. aureus mit fortgeschritteneren Techniken und interventionellen Studien messen werden und die S. aureus bei Kleinkindern ausmerzen sollen, werden dazu beitragen, seine Rolle bei der Entwicklung von AD oder Lebensmittelallergie zu erklären.” Diese Studienergebnisse sind wichtig, da bei der Analyse der Schweregrad der AD berücksichtigt wurde. In der bisherigen Literatur wurde vermutet, dass die Kolonisation mit S. aureus bei AD mit einer Sensibilisierung gegenüber Lebensmitteln in Verbindung stehen und die Allergie durch den Schweregrad der AD beeinflusst werden dürfte. S. aureus wurde schon früher mit der Entwicklung und Schwere von atopischen Erkrankungen wie AD, allergischer Rhinitis und Asthma in Verbindung gebracht und die heute im Rahmen des Präsidialsymposiums vorgestellten Ergebnisse ergänzen diese Beobachtungen hinsichtlich der Entwicklung von Lebensmittelallergien insoweit, dass diese Allergien unabhängig vom Schweregrad der AD sind. Die Ergenisse, der Journal of Allergy and Clinical Immunology veröffentlichten Studie wurden auf dem Kongress der Europäischen Akademie für Allergie und klinische Immunologie (EAACI) präsentiert, der vom 1. bis zum 5. Juni in Lissabon stattfindet.
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