Leber in Gefahr: Heterogenes Ultraschallmuster bei Mukoviszidosepatienten als Risikofaktor18. Februar 2019 © natali_mis/Fotolia Bei etwa sieben Prozent aller Patienten mit Mukoviszidose tritt als Komplikation eine fortgeschrittene Lebererkrankung auf. Diese steht bei den Todesursachen dieser Patienten an dritter Stelle. Vor allem sind von dieser Komplikation Kinder und Jugendliche betroffen: Das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt der Diagnose liegt bei zehn Jahren. Bislang gibt es keinen Test, mit dem sich Kinder identifizieren lassen, die ein erhöhtes Risiko für eine fortgeschrittene Lebererkrankung haben. Amerikanische Forscher haben nun kürzlich auf der North American Cystic Fibrosis Conference nach vierjähriger Forschung Ergebnisse der Prospective Study of Ultrasound to Predict Hepatic Cirrhosis in Cystic Fibrosis (PUSH) präsentiert, in die 744 Kinder und Jugendliche mit Mukoviszidose ohne bis dahin bekannte fortgeschrittene Lebererkrankung eingeschlossen worden waren. Alle Studienteilnehmer unterzogen sich einer Ultraschalluntersuchung der Leber, deren Resultate unabhängig voneinander von vier Radiologen beurteilt wurden. Patienten mit einem heterogenen Ultraschallmuster der Leber sowie jeweils zwei Kontrollen mit normalem Muster wurden während des nachfolgenden Follow-up jährlich erneut untersucht. Am Ende des Nachuntersuchungszeitraumes stellten die Wissenschaftler fest, dass Patienten mit einem heterogenen Ultraschallmuster ein 9,3-mal erhöhtes Risiko für eine fortgeschrittene Lebererkrankung hatten: 25 Prozent von ihnen entwickelten im Verlauf von vier Jahren eine solche. „Dies ist die erste Studie, in der ein Tool identifiziert wurde, um eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen mit Mukoviszidose zu klassifizieren, die ein hohes Risiko für eine fortgeschrittene Lebererkrankung besitzen“, erklärt Dr. Michael Narkewicz vom Children´s Hospital Colorado. „Diese wichtige Entdeckung liefert und eine Möglichkeit, weiterhin Interventionen zu testen, die eine Progression bremsen oder stoppen könnten. Sie könnte auch für ein Screening in der routinemäßigen klinischen Versorgung relevant sein.“ In weiteren Studien wollen Narkewicz und seine Arbeitsgruppe das Vorhersagemodell mit Labortests und anderen innovativen Diagnoseverfahren verfeinern.
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