Leitlinienprogramm Onkologie: Aktualisierung für Hepatozelluläre und biliäre Karzinome5. September 2023 Abbildung: © MQ-Illustrations/stock.adobe.com Das Leitlinienprogramm Onkologie hat die S3-Leitlinie zum Hepatozellulären Karzinom (HCC) und zu biliären Karzinomen aktualisiert. Neue Empfehlungen gibt es zur bildgebenden Diagnostik, Strahlen- und Systemtherapie. Mit der S3-Leitlinie soll für Patienten eine angemessene und evidenzbasierte Gesundheitsversorgung sichergestellt werden. Die Leitlinie entstand unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und unter Mitwirkung von 36 Fachgesellschaften und Organisationen. Die aktualisierte S3-Leitlinie zum HCC enthält unter anderem neue Empfehlungen zur Diagnose von Leberkrebs: So soll zur diagnostischen Abklärung neben der Magnetresonanztomographie auch die Kontrastmittelsonographie (CEUS) herangezogen werden können. „Daten aus den neueren prospektiven Studien zeigen eine hohe diagnostische Genauigkeit der CEUS. Die lokale Ausbreitungsdiagnostik – also die Abklärung, ob der Krebs bereits gestreut hat – soll dennoch mittels MRT stattfinden“, sagt Prof. Nisar Malek, Medizinische Klinik Universitätsklinikum Tübingen. Zusammen mit Prof. Michael Bitzer und Dr. Sabrina Groß sowie Prof. Peter Galle, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, ist er Koordinator der S3-Leitlinie. Im Rahmen des Leitlinienupdates erfolgte zudem eine systematische Recherche zur Strahlen- und Systemtherapie beim HCC, mit daraus resultierenden aktualisierten evidenzbasierten Empfehlungen, unter anderem für eine neue Kombinationstherapie im Bereich der Systemtherapie. Bei biliären Karzinomen (auch Cholangiokarzinome, CCA) liegt die relative Fünf-Jahres-Überlebensrate bei fünf bis 15 Prozent. Aktuell bietet die komplette chirurgische Resektion den einzigen kurativen Therapieansatz. Nach der Operation sollte unterstützend eine Systemtherapie zum Einsatz kommen. „Die Empfehlung zur Erstlinientherapie wurde nun um eine Kombination mit Durvalumab erweitert“, so Malek. „Für die Zweitlinientherapie stehen auf der Grundlage von molekularen Veränderungen mehrere Therapieoptionen zur Verfügung. Auch hierfür gibt die Leitlinie aktualisierte Empfehlungen“.
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