Leuchtturmprojekt „Digitaler Herz-OP“ in München vorgestellt

Wissenschaftsminister Markus Blume (links) und Ministerpräsident Markus Söder (Mitte) betrachten zusammen mit Herzchirurg Rüdiger Lange am Deutschen Herzzentrum München eine 3-D-Darstellung von Blutgefäßen. Foto: Andreas Heddergott / TUM

Mit Künstlicher Intelligenz die Behandlung von Herzerkrankungen präziser und schonender zu machen ist das Ziel des Leuchtturmprojektes „Digitaler Herz-OP“ an der Technischen Universität München (TUM), das am Montag, den 2. Mai 2022, in München vorgestellt wurde.

Bei der Auftaktveranstaltung wurden Meilensteine des Leuchtturmprojektes im Deutschen Herzzentrum München präsentiert. Das Konsortium von Fachärzten und Wissenschaftlern stellte die Chancen der neuartigen Anwendungen von Künstlicher Intelligenz (KI) und die Ergebnisse des Machine Learnings für die Patientenversorgung vor Ort vor. In einem Live-Demo-Bereich konnten die Teilnehmer diese KI-Anwendungen hautnah miterleben.

Nach Angaben der TUM arbeiten in dem Projekt Ärzte und Ingenieure des Deutschen Herzzentrums München und des Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (MIRMI) eng zusammen, um gemeinsam neue Präzisionsinstrumente für OP, Herzkatheterlabor und Intensivstation zu entwickeln. Mittels innovativer Sensordatenfusion, KI-augmentierten Analysen und modernen Informationstechnologien würden dazu – orientiert an den klinischen Herausforderungen – exemplarisch und zielgerichtet neue digitale Behandlungsmethoden entwickelt.

Lobende Worte für das Projekt fand der anwesende bayrische Ministerpräsident Markus Söder: „Noch immer sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit die häufigste Todesursache. Mit unseren Investitionen stärken wir die Vorsorge deutlich und helfen Leben zu retten und zu verlängern. Beeindruckende junge Wissenschaftler verbinden Digitalisierung und KI mit der Medizin der Zukunft: eine Symbiose von Herz und Verstand.“

Der Ärztliche Direktor des Deutschen Herzzentrums, Prof. Heribert Schunkert, erklärte: „Operateure sollen zukünftig unterstützt durch KI, Bildfusion, Robotik, Augmented und Virtual Reality besser im Körper navigieren können, um minimalinvasiv und gezielter zu diagnostizieren und maßgeschneidert zu therapieren.“

MIRMI-Direktor Prof. Sami Haddadin ergänzte: „Die Forschenden aus Technologie und Medizin kooperieren direkt vor Ort im Krankenhaus. So können wir die optimale Anwendung in jedem Arbeitsschritt mitdenken. Das ist an Patientinnen und Patienten und Klinikpersonal orientierte Spitzentechnologie, die unsere medizinische Versorgung nachhaltig verbessert und den Alltag entlastet – die Zukunft der Medizin. Der Standort München wird so zum Zentrum für innovative, digital-augmentierte Herzmedizin.“

Internationales und interdisziplinäres Team

Das interdisziplinäre Projektteam vereint Medizinerinnen und Mediziner, Forschende und Studierende verschiedenster Disziplinen u.a. Elektro- und Informationstechnik, computergestützter Biophysik, Bioinformatik, Numerischer Mechanik, Robotik, Kognition & Intelligenz sowie Informatik. Allen gemeinsam ist das Ziel, genauere Vorhersagen sowie technische Anwendungen zu entwickeln, die den medizinischen Alltag der Herzmedizin praktisch ergänzen und die Entscheidungsfindung in der Klinik unterstützen.

Zentrale Teilprojekte sind laut TUM die digitale Intensivstation, die physikalische Modellierung des Kreislaufs zur Planung von Interventionen bei komplexen Herzfehlern und Koronarverschlüssen, sowie die 3D/4D-Bildfusion zur Steuerung von Eingriffen am Herzen. Durch Vernetzung digitaler Patientendaten soll die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen optimiert werden.