Lieferengpässe bei Arzneimitteln: Apotheker verschärfen Forderungen27. November 2019 Laut einer aktuellen Berechnung des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI) waren allein im 1. Halbjahr 2019 schon 7,2 Millionen Medikamente nicht verfügbar. © ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände Der Geschäftsführende Vorstand der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hat sich auf einen Acht-Punkte-Katalog zur Bekämpfung von Lieferengpässen bei Arzneimitteln verständigt. Lieferengpässe müssen vom pharmazeutischen Unternehmen und Großhandel verpflichtend bekanntgegeben werden. Sämtliche Akteure müssen in ein zentrales Informationssystem eingebunden werden.Mehrfachvergaben von Rabattverträgen mit mehreren Wirkstoffherstellern sind vorzuschreiben.Die Produktion von Wirkstoffen und Arzneimitteln soll unter hohen Umweltschutz- und Sozialstandards wieder verstärkt in der EU stattfinden.Für Patienten dürfen durch Lieferengpässe keine höheren Aufzahlungen wegen Festbeträgen und Zuzahlungen entstehen. Apotheken brauchen definierte Spielräume beim Management von Lieferengpässen und Rechtssicherheit vor Retaxationen.Der Mehraufwand in Apotheken muss honoriert werden. Exporte von versorgungsrelevanten Arzneimitteln sollen bei Lieferengpässen beschränkt werden können. “Die Lieferengpässe in den Apotheken nehmen immer größere Ausmaße an”, sagt ABDA-Präsident Friedemann Schmidt: “Der zeitliche und organisatorische Mehraufwand für das pharmazeutische Personal, um Alternativmedikamente vom Großhandel zu beschaffen oder Rücksprache mit dem Arzt zu halten, ist nur eine Seite des Problems. Wenn Patienten mit ständig wechselnden Präparaten konfrontiert oder auf einen anderen Wirkstoff umgestellt werden müssen, führt das zu großer Verunsicherung und kann das Therapieergebnis verschlechtern.” Schmidt weiter: “Wir fordern die Politik auf, die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen zügig so zu verändern, dass wir wieder Versorgungssicherheit bekommen. Nicht alles kann sofort passieren, aber es muss endlich ein Anfang gemacht werden.” Laut einer aktuellen Berechnung des Deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI) waren allein im 1. Halbjahr 2019 schon 7,2 Millionen Medikamente nicht verfügbar. Im Gesamtjahr 2018 waren es 9,3 Millionen Packungen; im Jahr 2017 waren es dagegen nur 4,7 Millionen Medikamente gewesen. Mehr Informationen unter www.abda.de und www.dapi.de
Mehr erfahren zu: "Melanom: Kupferionen aus Silikon-Patch hemmen Tumorwachstum" Melanom: Kupferionen aus Silikon-Patch hemmen Tumorwachstum Forschende aus China berichten in „ACS Nano“ von einer nicht invasiven Melanomtherapie in Form eines wärmeaktivierbaren Silikon-Patches. In Mausmodellen reduzierte das Pflaster die Melanomläsionen, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen.
Mehr erfahren zu: "Ein bisschen Schmutz unterstützt die Bildung einer gesunden Immunität" Ein bisschen Schmutz unterstützt die Bildung einer gesunden Immunität Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass Kinder, die auf Bauernhöfen, mit Haustieren oder generell in ländlicher Umgebung aufwachsen, seltener an Allergien leiden. Was jedoch bisher nicht vollständig verstanden war, ist die […]
Mehr erfahren zu: "Massive Kritik an Warkens Sparplänen" Massive Kritik an Warkens Sparplänen Nach der Vorstellung des Sparpaketes zu den Krankenkassenbeiträgen hagelt es Mahnungen und Kritik. Aus den Parteien kommen Vorwürfe der Unausgewogenheit. Die Leistungsanbieter fürchten den Abriss des Gesundheitssystems.