Literaturanalyse belegt Suchtpotenzial von Online-Glücksspiel28. Januar 2020 Online-Glücksspiel ist gefährlich – das hat jetzt eine systematische Literaturanalyse des Glücksspielforschers Dr. Tobias Hayer bestätigt. (Foto: © AA+W – stock.adobe.com) WissenschaftlerInnen der Universität Bremen und des ISD Hamburg haben 63 Studien zu Online-Glücksspielen gesichtet – die meisten davon warnen vor den Gefahren. Als Fazit fordert der Bremer Glücksspielforscher Dr. Tobias Hayer eine strenge Regulierung. „Mit unserer systematischen Literaturanalyse haben wir die internationale Befundlage zu den mit Online-Glücksspielen assoziierten Suchtgefahren strukturiert gesichtet und bewertet. Zu dieser Thematik haben wir insgesamt 63 Studien gefunden, die in den vergangenen zehn Jahren in anerkannten wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht worden sind”, erklärte Studienleiter Dr. Tobias Hayer, Mitarbeiter der Arbeitseinheit Glücksspielforschung am Fachbereich Human- und Gesundheitswissenschaften der Universität Bremen. Die Studie wurde vom Rechtsausschuss des Deutschen Lotto- und Totoblockes gefördert. Die meisten dieser Studien – 48 von 63 – weisen dabei ein erhöhtes Gefährdungspotenzial und besondere Suchtgefahren von Online-Glücksspielen nach. So sind beim Online-Glücksspiel – im Vergleich zum Offline-Glücksspiel – unter anderem größere Anteile von ProblemspielerInnen vorhanden. „Aus unserer Sicht rechtfertigt die wissenschaftliche Befundlage grundsätzlich spürbare Eingriffe des Staates bei der Regulierung des Online-Glücksspiels, die sogar Verbote bestimmter Spielsegmente (z. B. Online-Kasinospiele jeglicher Art) umfassen können“, zieht Hayer ein Fazit. Sein Hamburger Kollege Dr. Jens Kalke ergänzt: „Die einzelnen Online-Glücksspielformen wären daher – beginnend mit den potenziell risikoärmeren Formen – nach und nach zuzulassen, immer begleitet durch eine wissenschaftliche Evaluationsforschung. Wenn sich daraus schon bei diesen Glücksspielformen onlinespezifische Risiken ergeben, müssen für die gefährlicheren Glücksspielformen Verbote geprüft werden.“ Originalpublikation: Hayer, Tobias, Girndt, Lydia & Kalke, Jens: Das Gefährdungspotenzial von Online-Glücksspielen: Eine systematische Literaturanalyse. Bremen, 2019: Universität Bremen.
Mehr erfahren zu: "Demenzprävention: Drei Risikofaktoren verkürzen die demenzfreie Lebenszeit" Demenzprävention: Drei Risikofaktoren verkürzen die demenzfreie Lebenszeit Die drei kardiovaskulären Risikofaktoren Bluthochdruck, Diabetes und Rauchen verkürzen die demenzfreie Lebenszeit deutlich. Eine Langzeitstudie zeigt, dass eine konsequente Demenzprävention bereits in der Lebensmitte mehrere zusätzliche Jahre ohne kognitive Einschränkungen […]
Mehr erfahren zu: "Potenzial von KI bei psychopathologischer Befunderhebung" Potenzial von KI bei psychopathologischer Befunderhebung Künstliche Intelligenz (KI) könnte künftig die psychopathologische Befunderhebung unterstützen: Eine Studie unter Federführung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit zeigt, dass große Sprachmodelle psychopathologische Merkmale aus Interviewtranskripten ähnlich zuverlässig erfassen können […]
Mehr erfahren zu: "Pränatale Metallbelastung ist mit autismusassoziierten Merkmalen verknüpft" Pränatale Metallbelastung ist mit autismusassoziierten Merkmalen verknüpft Erhöhte Schwermetall-Konzentrationen im Blut der Mütter während der Schwangerschaft stehen mit autismusähnlichen Merkmalen bei Kindern im Zusammenhang, höhere Cadmiumkonzentrationen erhöhen gar das Risiko für eine Autismus-Diagnose. Dies geht aus einer […]