Lithium im ersten Trimenon: Risiko für kardiale Fehlbildungen erhöht7. September 2017 © Gina Sanders – fotolia.com Die Einnahme von Lithium im 1. Trimenon war in einer aktuellen Studie mit einem erhöhten Risiko für kardiale Fehlbildungen assoziiert, darunter die Ebstein-Anomalie, ein Defekt mit rechtsventrikulärer Ausflusstraktobstruktion. Das Ausmaß dieses Effekts sei allerdings kleiner gewesen, als zuvor postuliert worden war, so die Forscher um Dr. Elisabetta Patorno von der Harvard Medical School. In ihre Kohortenstudie hatten sie 1.325.563 Schwangerschaften von Frauen aus dem Medicaid-Programm eingeschlossen, die zwischen 2000 und 2010 ein lebendes Kind geboren hatten. Dabei verglichen sie das Risiko für kardiale Fehlbildungen bei Kindern, die gegenüber Lithium exponiert waren, mit dem Risiko nicht exponierter Kinder. In sekundären Analysen erfolgte ein Vergleich mit dem Risiko von Kindern, die gegenüber dem weit verbreiteten Stimmungsstabilisator Lamotrigin exponiert waren. Bei der Beurteilung der relativen Risiken und 95 %-Konfidenzintervalle berücksichtigten sie psychiatrische und medizinische Erkrankungen, Medikationen und andere potenzielle Störfaktoren. Die Autoren fanden kardiale Fehlbildungen bei 16/663 gegenüber Lithium exponierten Kindern (2,41 %), 15.251/1.322.955 nicht exponierten Kindern (1,15 %) und 27/1945 gegenüber Lamotrigin exponierten Kindern (1,39 %). Somit berechnete das Team um Patorno ein adjustiertes relatives Risiko (RR) für kardiale Fehlbildungen bei gegenüber Lithium exponierten Kindern vs. nicht exponierten Kindern von 1,65 (95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,02–2,68). Dabei unterschied sich das relative Risiko je nach Dosis (Tagesdosis ≤600 mg: RR 1,11 [95 %-KI 0,46–2,64]; Tagesdosis 601–900 mg: RR 1,60 [95 %-KI 0,67–3,80]; Tagesdosis >900 mg: 3,22 [95 %-KI 1,47–7,02]). Darüber hinaus berechneten die Autoren eine Prävalenz von Defekten mit rechtsventrikulärer Ausflusstraktobstruktion von 0,60 % bei gegenüber Lithium exponierten Kindern vs. 0,18 % bei nicht exponierten Kindern, womit sich ein adjustiertes RR von 2,66 ergab (95 %-KI 1,00–7,06). Nahmen die Wissenschaftler die gegenüber Lamotrigin exponierten Kinder als Referenzgruppe, fielen die Ergebnisse ähnlich aus. Autoren: Patorno E et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Lithium Use in Pregnancy and the Risk of Cardiac Malformations Quelle: N Engl J Med 2017;376(23):2245–2254. Web: dx.doi.org/10.1056/NEJMoa1612222
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