Lokalisierter Darmkrebs mit Mutationen im PI3K-Signalweg: Niedrig dosierte ASS verringert Inzidenz von Darmkrebsrezidiven19. Dezember 2025 Bild: ©fizkes – stock.adobe.com Bei Darmkrebspatienten mit Tumoren mit somatischer PIK3CA-Mutation kann Acetylsalicylsäure (ASS) das krankheitsfreie Überleben (DFS) nach der Diagnose verbessern. Das zeigen Beobachtungsstudien. Daten aus randomisierten Studien fehlten bislang. Daher haben Wissenschaftler um Anna Martling vom Karolinska Institut in Stockholm eine doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Studie durchgeführt. Sie schlossen Patienten mit Rektumkarzinom im Stadium I, II oder III oder Kolonkarzinom im Stadium II oder III mit somatischen Veränderungen in PI3K-Signalweg-Genen ein. Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert und erhielten 3 Jahre lang entweder 160 mg ASS oder Placebo 1-mal täglich. Für eine Randomisierung kamen Patienten infrage mit zuvor festgelegten PIK3CA-Hotspot-Mutationen in Exon 9 oder 20 (Gruppe-A-Veränderungen) und solche mit anderen somatischen Varianten mit mittlerer oder hoher Auswirkung in PIK3CA, PIK3R1 oder PTEN (Gruppe-B-Veränderungen). Primärer Endpunkt war ein Rezidiv bei Patienten mit Gruppe-A-Veränderungen. Sekundäre Endpunkte waren Rezidive bei Patienten mit Gruppe-B-Veränderungen, das DFS und die Sicherheit. Bei 1103 von 2980 Patienten (37,0 %) mit vollständigen Genomdaten zeigten sich Veränderungen in den PI3K-Signalweg-Genen. Von 515 Patienten mit Gruppe-A-Veränderungen und 588 Patienten mit Gruppe-B-Veränderungen wurden 314 bzw. 312 der Therapie mit ASS oder Placebo zugewiesen. Mit ASS knapp halb so viele Rezidive nach drei Jahren Die geschätzte kumulative 3-Jahres-Rezidivrate betrug 7,7 % unter ASS und 14,1 % unter Placebo (HR 0,49; 95 %-KI 0,24–0,98, P=0,04) bei Patienten mit Gruppe-A-Veränderungen und 7,7 % bzw. 16,8 % (HR 0,42; 95 %-KI 0,21–0,83) bei Patienten mit Gruppe-B-Veränderungen. Die geschätzte 3-Jahres-Überlebensrate ohne Krankheitszeichen betrug 88,5 % unter Aspirin und 81,4 % unter Placebo (HR 0,61; 95 %-KI 0,34–1,08) bei Patienten mit Gruppe-A-Veränderungen und 89,1 % bzw. 78,7 % (HR 0,51; 95 %-KI, 0,29–0,88) bei Patienten mit Gruppe-B-Veränderungen. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten bei 16,8 % der ASS- und bei 11,6 % der Placebo-Empfänger auf. ASS führte bei Patienten mit PIK3CA-Hotspot-Mutationen in Exon 9 oder 20 zu signifikant geringerer Rezidiv-Inzidenz als Placebo. Der Nutzen bei Personen mit anderen somatischen Veränderungen in PI3K-Signalweg-Genen schien ähnlich. (ja/BIERMANN)
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