Long-COVID: Risiko durch chronische überlappende Schmerzsyndrome erhöht19. Juli 2024 © pikselstock – stock.adobe.com (Symbolbild) Chronische überlappende Schmerzsyndrome (COPCs) beziehen sich auf Zustände, die ähnliche pathophysiologische Mechanismen des Zentralnervensystems aufweisen. Nun wurde ihr Zusammenhang mit Long-COVID untersucht. COPCs verursachen großflächige Schmerzen im ganzen Körper und zeigen häufig komorbide Symptome wie Fatigue sowie Probleme mit Schlaf, Gedächtnis und Stimmung. Forscher der University of Michigan (Ann Arbor, USA) und Tonix Pharmaceuticals (Chatham, USA) fanden im Rahmen ihrer Studie heraus, dass COPCs den Ausbruch von Long-COVID vorhersagen können, was eine wertvolle Orientierung für die Long-COVID-bezogene Forschung und klinische Versorgung bieten könnte. Die retrospektive Kohortenstudie zielte darauf ab, anhand elektronischer Gesundheitsdaten aus den USA und eines 1:1-Propensity-Score-Matchings ohne Ersatz zu ermitteln, ob ein COPC das Auftreten von Long-COVID-Symptomen vorhersagen kann. Die Studienkohorten umfassten Personen mit akutem COVID (n=1.038.402), akuter Influenza (n=262.092) und eine nichtinfizierte Kohorte von Personen mit routinemäßiger medizinischer Versorgung (n=1.081.593). Ein COPC erhöhte das Risiko für Long-COVID-Symptome in allen 3 Studienkohorten. Ein bereits bestehendes COPC erhöhte bei Personen mit COVID-19 das Risiko um 1,47 (95%-KI 1,46–1,47), bei Influenza und nichtinfizierten Personen war es eine dementsprechende Erhöhung um 1,39 (95%-KI 1,38–1,40) bzw. 1,57 (95%-KI 1,56–1,59). Aufgrund der Studienergebnisse sehen Erstautorin Rachel Bergmans und ihr Team eine erhöhte Wahrscheinlichkeit dafür, dass noziplastische Mechanismen bei Long-COVID eine wichtige Rolle spielen könnten. Die Erkenntnis, dass dieses allgegenwärtige unspezifische Syndrom häufig in der Bevölkerung auftritt, könne außerdem als Grundlage für präzisionsmedizinische Therapien dienen, die Fallstricke vermeiden, welche mit der ausschließlichen Betrachtung von Long-COVID im Rahmen einer postinfektiösen Erkrankung einhergehen. Fazit COPCs können den Ausbruch von Long-COVID vorhersagen, was eine wertvolle Orientierung für die Long-COVID-bezogene Forschung und klinische Versorgung bieten könnte. (sh) Autoren: Bergmans RS et al. Korrespondenz: Andrew Schrepf; [email protected] Studie: Chronic overlapping pain conditions increase the risk of long COVID features, regardless of acute COVID status Quelle: Pain 2024;165(5):1112–1120. Web: https://doi.org/10.1097/j.pain.0000000000003110
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