Lücken bei der Krebsvorsorge aufgrund der COVID-19-Pandemie29. Juni 2022 © didesign – stock.adobe.com (Symbolbild) In einem aktuellen Bericht haben Dr. Rachel H. Joung von der University Feinberg School of Medicine in Chicago, USA, und ihre Kollegen vorläufige Daten zu monatlichen Screening-Defiziten bei Brust-, Darm-, Lungen- und Gebärmutterhalskrebs zusammengetragen. Sie stellen Online-Materialien aus einer nationalen Qualitätsverbesserungsstudie (QI) bereit, um anderen Einrichtungen zu helfen, lokale Screening-Defizite anzugehen. In die prospektive, nationale QI-Studie zum Return-to-Screening wurden von April bis Juni 2021 insgesamt 748 akkreditierte Krebsprogramme in den USA aufgenommen. Lokale monatliche Screening-Test-Volumina (MTVs) vor und während der Pandemie wurden verwendet, um die relative prozentuale Veränderung der MTVs zu berechnen und so die monatliche Screening-Lücke zu beschreiben. Wie die Ergebnisse belegen, berichteten die meisten Einrichtungen über Defizite beim monatlichen Screening (Kolorektalkarzinome 80,6% [n=104/129]; Gebärmutterhalskrebs 69,0% [n=20/29]; Brustkrebs 55,3% [n=241/436]; Lungenkrebs 44,6% [n=98/220]). Insgesamt reichte die mediane relative prozentuale Veränderung der MTV von –17,7% für Darmkrebs (IQR –33,6 bis –2,8), –6,8% für Gebärmutterhalskrebs (IQR –29,4 bis 1,7), –1,6% für Brustkrebs (IQR –9,6 bis 7,0) und 1,2% für Lungenkrebs (IQR –16,9 bis 19,0). Geografische Unterschiede sahen die Autoren nicht. Allerdings fanden sie statistisch signifikante Unterschiede in der prozentualen Veränderung der MTVs zwischen den Einrichtungstypen bei der Darmkrebsvorsorge (p=0,02). Fazit Ob aufgrund eingeschränkter Kapazitäten oder der Vermeidung von Arztbesuchen – die Krebsvorsorge hat unter der Pandemie gelitten. Die Vorsorge bedürfe nach wie vor besonderer Aufmerksamkeit resümieren die Studienautoren. (sf) Autoren: Joung RH et al. Korrespondenz: Heidi Nelson; [email protected] Studie: A national quality improvement study identifying and addressing cancer screening deficits due to the COVID-19 pandemic Quelle: Cancer 2022;128(11):2119–2125. Web: https://doi.org/10.1002/cncr.34157
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