Lungenfibrose: Grazer Forschungsteam prüft innovativen Wirkstoff10. Dezember 2025 Abbildung: © mi_viri/stock.adobe.com Ein österreichisches Forschungsteam untersucht erstmals den Einsatz von Diethylsuccinat (DES) bei Idiopathischer Lungenfibrose (IPF). Erste Ergebnisse im Mausmodell und an menschlichem Lungengewebe zeigen, dass man damit krankhafte Bindegewebsvermehrungen in der Lunge verringern könnte. Mit DES als veränderter Form eines natürlichen Stoffwechselproduktes haben die Wissenschaftler um PD Dr. Thomas Bärnthaler vom Lehrstuhl für Pharmakologie der Medizinischen Universität Graz (Österreich) vielversprechende Ergebnisse erzielt: „Unsere bisherigen Beobachtungen deuten darauf hin, dass Diethylsuccinat antifibrotische Effekte hat. Damit könnten wir einen völlig neuen Ansatz für die Behandlung der Lungenfibrose eröffnen“, erklärt der Forscher. Neuer Ansatz: Diethylsuccinat im Fokus Das Grazer Forschungsteam konnte zeigen, dass DES krankhafte Umbauvorgänge in der Lunge im Mausmodell verringern könnte. Zudem prüfen die Wissenschaftler nun, in welcher Form sich DES am besten verabreichen ließe. Parallel dazu untersuchen sie, welche Zellen und Mechanismen im Körper durch den Wirkstoff beeinflusst werden und ob es sogar möglich sein könnte, eine bereits bestehende Fibrose zurückzubilden. „Wir wollen nicht nur herausfinden, ob DES wirkt, sondern auch verstehen, wie genau es wirkt“, erklärt Bärnthaler. „Dieses Wissen ist entscheidend, um den Weg in Richtung klinische Studien vorzubereiten.“ Weltweit erste Studie dieser Art Das vom Wissenschaftsfonds FWF geförderte Projekt ist die erste Untersuchung weltweit, die DES im Zusammenhang mit Lungenfibrose erforscht. Mit den Ergebnissen soll die Grundlage für künftige klinische Studien gelegt werden. „Unser Ziel ist es, neue Therapien für die Lungenfibrose zu entwickeln – denn die derzeitigen Möglichkeiten reichen einfach nicht aus“, betont Bärnthaler.
Mehr erfahren zu: "Gesundheitsausgaben lagen 2025 weit über 500 Milliarden Euro" Gesundheitsausgaben lagen 2025 weit über 500 Milliarden Euro In den vergangenen 30 Jahren haben sich die Ausgaben im Gesundheitswesen mehr als verdreifacht. Eine detaillierte Statistik zum Jahr 2024 zeigt, wo die Kosten am meisten stiegen.
Mehr erfahren zu: "Lungenkrebs-Screening: Auch eine Blaupause für die Überwindung von Sektorengrenzen" Lungenkrebs-Screening: Auch eine Blaupause für die Überwindung von Sektorengrenzen Seit dem 1. April ist das Lungenkrebs-Screening für Personen mit einem bestimmten Risikoprofil Kassenleistung. Doch so manches ist noch zu klären, und Patienten wie Ärzte werden Geduld mitbringen müssen.
Mehr erfahren zu: "Deutscher Krebspreis 2026 geht an sechs Wissenschaftler" Deutscher Krebspreis 2026 geht an sechs Wissenschaftler Der Deutsche Krebspreis − verliehen von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebsstiftung − wird jährlich in den Kategorien „Translationale Forschung“, „Klinische Forschung“, „Experimentelle Forschung“ und „Versorgungsforschung“ vergeben.