Lungenfibrose: Inhalatives Treprostinil erfolgreich getestet17. März 2026 Abbildung/KI-generiert: © Hazarul/stock.adobe.com Forschende am LMU Klinikum haben ein bereits bekanntes Arzneimittel erstmals für die Behandlung der Idiopathischen Lungenfibrose (IPF) erfolgreich im Rahmen einer internationalen Studie getestet. Prof. Jürgen Behr, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik V für Innere Medizin und Pneumologie am LMU Klinikum München, betont den großen Bedarf an neuen Therapien für die IPF. Die Klinik war federführend an einer Studie beteiligt, in der inhalativ verabreichtes Treprostinil für IPF-Patienten geprüft wurde. „Wir haben in dieser Studie nicht nur einen deutlichen positiven Effekt auf den Lungenfunktionsverlust, sondern erstmals auch auf die Lebensqualität festgestellt“, sagt Behr und betont, dass dies, „ein wesentlicher Fortschritt für die Patienten“ sei. Internationale Studie zu Effekt von inhaliertem Treprostinil auf Lungenfibrose Nachdem das Medikament Treprostinil bereits bei Patienten mit Lungenhochdruck seit Jahren erfolgreich eingesetzt wird, wurde in einer Studie seine Wirksamkeit bei Patienten mit Lungenfibrose und zusätzlichem Lungenhochdruck untersucht. In dieser Studie fiel zunächst auf, dass inhaliertes Treprostinil auch die Lungenfibrose positiv beeinflusst. Auf dieser Basis wurde von Münchner Ärzten zusammen mit Kollegen mehrerer internationaler Krankenhäuser in einer großen Studie getestet, ob inhaliertes Treprostinil unabhängig vom Vorliegen eines Lungenhochdrucks die idiopathische Lungenfibrose positiv beeinflusst. In die doppelblinde, randomisierte, prospektive Studie waren 593 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 72 Jahren eingeschlossen. Immer wieder ermittelten die Forschenden innerhalb eines Jahres die forcierte Vitalkapazität (FVC) der Probanden. Lungenvolumen nahm in Treprostinil-Gruppe weniger ab als in Placebogruppe Das Ergebnis: Bei den Teilnehmenden in der Placebogruppe nahm die FVC um gut 136 ml ab, bei den Teilnehmenden in der Treprostinilgruppe nur um knapp 50 ml. In dieser Gruppe verschlechterten sich etwa 80 Patienten (27%) im Untersuchungszeitraum klinisch in Bezug auf ihre Symptomatik, in der Kontrollgruppe waren es hingegen 115 Patienten (39%). „Auch das Überleben ohne Fortschreiten der Erkrankung war in der Treprostinil-Gruppe besser“, betont Behr. Die Verträglichkeit des Medikaments beurteilten die Studienautoren insgesamt als gut. Nicht unerwartet trat Husten im Rahmen der Inhalation bei knapp der Hälfte der Patienten in der Treprostinilgruppe und bei knapp einem Viertel der Patienten in der Placebogruppe auf. Ein Drittel der Teilnehmenden, die mit Treprostinil behandelt wurden, brach die Therapie aufgrund von Nebenwirkungen ab, in der Kontrollgruppe war es ein Viertel. Lebensqualität bei Treprostinil-Patienten entwickelte sich besser als in Kontrollgruppe „Im Vergleich zu den bisherigen Substanzen“, resümiert Behr, „verspricht dieses neue Medikament eine bessere Wirksamkeit bei einem vorteilhaften Nebenwirkungsprofil.“ Den Husten, sagt er weiter, „können wir mit bestimmten Maßnahmen bei den meisten Patienten in den Griff bekommen. Behr zeigte sich vor allem davon beeindruckt, dass sich die Lebensqualität der Teilnehmer unter der Therapie klinisch relevant besser entwickelte als in der Kontrollgruppe. Ob das Medikament in Deutschland zugelassen wird, entscheidet sich nach den Ergebnissen zweier weitere Studien, die noch nicht abgeschlossen sind.
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