Neue Leitlinie zur obstruktiven Schlafapnoe in der Schwangerschaft4. August 2026 Symbolbild © Pixel-Shot/stock.adobe.com Das American College of Chest Physicians® (CHEST) hat kürzlich eine neue klinische Leitlinie zur obstruktiven Schlafapnoe (OSA) in der Schwangerschaft herausgegeben. Sie enthält neun evidenzgestützte Empfehlungen, die einen verlässlichen Orientierungsrahmen für die optimale Versorgung schwangerer Patientinnen mit OSA bieten. Es ist zunehmend bekannt, dass OSA in der Schwangerschaft mit einer erheblichen Morbidität einhergeht; dennoch gibt es kaum Vorgaben dazu, wie schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS) bei Schwangeren am besten gescreent, diagnostiziert, behandelt und nachkontrolliert werden sollten. Diese CHEST-Leitlinie wurde entwickelt, um dem Bedarf an konkreteren Handlungsempfehlungen zu begegnen. Veröffentlicht wurde sie im „CHEST Journal“. „Mein wichtigstes Anliegen bei dieser Leitlinie ist es, das Bewusstsein für schlafbezogene Atmungsstörungen bei Schwangeren und deren medizinischem Betreuungspersonal zu schärfen“, erklärt Dr. Carolyn D’Ambrosio, die Hauptautorin der Leitlinie. „Allzu oft werden Symptome während der Schwangerschaft als harmlos oder vorübergehend abgetan, doch tatsächlich können Atmungsstörungen schwerwiegende Folgen sowohl für die Mutter als auch für den Fötus haben. Die Leitlinie erinnert zudem daran, dass sich nicht alle Probleme nach der Entbindung von selbst auflösen.“ Der Leitlinie zufolge wird ein höheres Ausmaß schlafbezogener Atmungsstörungen mit ungünstigen Auswirkungen auf das fetale Wachstum, einem erhöhten Risiko für eine Aufnahme auf die neonatologische Intensivstation nach der Geburt, längeren Krankenhausaufenthalten, angeborenen Fehlbildungen sowie Frühgeburten in Verbindung gebracht. Aufgrund der begrenzten Datenlage weisen alle neun bedingten Empfehlungen eine sehr niedrige Evidenzstärke auf. Zu den wichtigsten der neun Empfehlungen gehören: Bei Schwangeren wird ein Screening auf schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS) empfohlen. Bei Schwangeren, bei denen während der Schwangerschaft eine OSA diagnostiziert wurde, wird eine Behandlung empfohlen, wenn ein AHI-Wert von 5–15 in Verbindung mit Symptomen/Folgeerscheinungen oder Komorbiditäten (Hypertonie, Schlaganfall, Adipositas usw.) vorliegt oder wenn der AHI-Wert > 15 beträgt. Bei Frauen, bei denen während der Schwangerschaft eine OSA diagnostiziert wurde, wird nach der Entbindung eine erneute Überprüfung auf schlafbezogene Atmungsstörungen empfohlen. (lj/BIERMANN)
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