Lungenkrebs bei Amerikanern unter 50 Jahren im Zeitraum 2000–2021

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Von einigen Krebsarten sind zunehmend auch Menschen vor dem 50. Lebensjahr betroffen. Wissenschaftler um Dr. Jaclyn LoPiccolo vom Dana Farber Cancer Center in Boston überprüften, ob und wie dieses Phänomen auch auf Lungenkrebs zutrifft.

Wie ihre Studie zeigt, ging die Inzidenz von früh auftretendem Lungenkrebs im Zeitraum 2000–2021 insgesamt zurück, ausgenommen anhaltende oder steigende Inzidenzen von Adenokarzinomen der Lunge (LUAD) bei asiatischen und hispanischen Frauen. Dies deute auf neu auftretende, nicht tabakbedingte Risikofaktoren hin und unterstreiche den Bedarf an gezielter Prävention, so die Autoren.

Für ihre Kohortenstudie hatten LoPiccolo und Kollegen Register des Surveillance, Epidemiology, and End Results 22 Program (SEER) genutzt. Eingeschlossen wurden 81.568 Personen, bei denen im Zeitraum 2000–2021 im Alter von 20–49 Jahren Lungenkrebs diagnostiziert worden war. Altersadjustierte Inzidenzraten und die jährliche prozentuale Veränderung (APC) schätzten die Autoren mittels Joinpoint-Regression-Software des National Cancer Institute. Die Gesamttrends stratifizierten sie nach Histologie, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit und Raucher­prävalenz auf Bundesstaatenebene.

Rückgang bei Frauen später, beim LUAD stärker ausgeprägt

Ihre Auswertung belegt, dass die Inzidenz von früh einsetzendem Lungenkrebs von 2000–2021 insgesamt zurückging (APC -3,81%; 95%-KI -4,01 bis -3,64; p<0,0001). Dies stehe im Gegensatz zum Anstieg von früh einsetzendem Darm- und Brustkrebs bei Frauen, merken LoPiccolo et al. an. Der Rückgang bei Frauen sei später erfolgt, aber beim LUAD stärker ausgeprägt gewesen (-5,14% vs. -2,82%), während er bei Männern sowohl beim Nichtkleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) als auch insgesamt schneller gewesen sei.

Bei Frauen vs. Männer war der Rückgang bei Hispano-Amerikanern und nicht hispanischen schwarzen Personen langsamer (2,3- bzw. 1,08-facher Unterschied), während er in der nicht hispanischen weißen Population bei Frauen 1,3-mal schneller vonstatten ging als bei Männern.

Bei asiatischen Frauen sei die Inzidenz des NSCLC nicht zurückgegangen, fährt das Team fort, während die Inzidenz von LUAD bis 2017 zugenommen habe (+2,45%) und bei hispanischen Frauen stabil geblieben sei. Außerdem ergab die Analyse für Bundesstaaten mit hohem Raucheranteil, dass die Raten bei Männern stetig sanken (-4,32%), während sie bei Frauen bis 2010 stabil blieben, dann stark abfielen und sich bis 2021 denen der Männer anglichen. In Bundesstaaten mit niedrigem Raucher­anteil sanken die Raten bei Männern um 48,75% schneller als bei Frauen (-4,76% vs. -3,20%). (sf)