Lungenkrebs-Diagnose: Exhalat-Analyse lässt hoffen

Abbildung: pada smith/stock.adobe.com

Forschende haben in einer aktuell veröffentlichten Studie zwei sich ergänzende Technologien untersucht, die offenbar beide im Hinblick auf die Früherkennung von Lungenkrebs vielversprechend sind.

Wie die Wissenschaftler berichten, könnte die Analyse menschlichen Exhalats dazu beitragen, maligne Lungenrundherde von benignen zu unterscheiden – und so invasive Untersuchungen überflüssig zu machen.

„Wir haben eine elektronische Nase (eNose) untersucht, die Muster in den chemischen Substanzen erkennt, die im Exhalat vorhanden sind“, berichet Prof. Chamindie Punyadeera vom Institute for Biomedicine and Glycomics der Griffith University (Australien) über die Veröffentlichung in der Zeitschrift „MedComm“. Bei dem zweiten Verfahren, dass das Forscherteam für diesen Zweck testete, handelt es sich um die Gas-Chromatographie-Massenspektrometrie. Es dient der Identifizierung spezifischer flüchtiger organischer Verbindungen in der Atemluft.

Möglichkeit der Vermeidung invasiver Verfahren

Mit beiden atemanalysebasierten Verfahren ließen sich benigne und maligne Rundherde besser unterscheiden als anhand von Modellen, die ausschließlich auf klinischen Standardinformationen basierten. Nach Ansicht der Studienautoren könnte die Anwendung der beiden Verfahren invasive Untersuchungen überflüssig machen, wie die Computertomographie-gesteuerte Lungenbiopsie zur Gewebeentnahme, die Bronchoskopie zur Probenentnahme aus verdächtigen Rundherden oder in manchen Fällen eine Operation zur Entfernung oder Untersuchung von Rundherden, die möglicherweise benigne sind.

Hauptautorin Chamindie Punyadeera (Bildnachweis: Griffith University)

Manche Patienten hätten sich solchen invasiven Verfahren unterzogen, nur um später festzustellen, dass 95 Prozent der in Scans der Low-dose-Computertomographie identifizierten Lungenrundherde letztendlich benigne waren.

Kein Ersatz für wirklich notwendige Biopsien

Koautorin Dr. Xi Zhang, in derselben Einrichtung tätig wie Punyadeera, erklärt: „Die Biopsie von Lungenknoten kann technisch anspruchsvoll sein, insbesondere wenn die Läsionen klein oder schwer zugänglich sind.” Die Forscherin verweist außerdem auf mögliche Komplikationen wie einen Pneumothorax.

„Ein einfacher Atemtest zeigt zwar vielversprechende Ergebnisse bei der Identifizierung von Lungenrundherden, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit maligne sind. Er soll aber Biopsien nicht ersetzen, sondern helfen, zu entscheiden, bei welchen Patienten ein invasiver Eingriff dringend erforderlich ist”, stellt Zhang klar. „Es besteht die Hoffnung, dass durch die Integration des nicht invasiven Tests in die klinische Routineversorgung auch unnötige Eingriffe bei Patienten mit benignen Lungenrundherden reduziert werden können.“

Mehr Forschungsergebnisse zur Exhalatanalyse bei Verdacht auf Lungenkrebs:

BreathObserver: TU Ilmenau startet mit Partnern Forschungsprojekt zur frühzeitigen Erkennung von Lungenkrebs

Lungenkrebsdiagnostik: Neue Veröffentlichung ebnet Weg für einen Atemtest