Ein Lungenkrebsmedikament verbessert die Behandlung von Eierstockkrebs20. Februar 2026 Symbolbild: © W.O.W/stock.adobe.com Eine neue Studie von Forschenden der Mayo Clinic legt nahe, dass Eierstockkrebszellen nach der Behandlung mit PARP-Inhibitoren schnell eine Überlebensreaktion aktivieren. Die Blockierung dieser frühen Reaktion könnte die Wirksamkeit dieser Medikamentenklasse gegen Eierstockkrebs verbessern. PARP-Inhibitoren sind eine gängige Behandlungsmethode bei Eierstockkrebs und können besonders bei Tumoren mit beeinträchtigter DNA-Reparatur wirksam sein. Viele Tumore sprechen jedoch mit der Zeit nicht mehr auf die Medikamente an, selbst wenn diese anfänglich Erfolge zeigen. Die neue Studie identifiziert einen Mechanismus, durch den Krebszellen die Behandlung mit PARP-Inhibitoren frühzeitig überleben können, und weist auf eine mögliche Strategie zur Blockierung dieser Reaktion hin. In der Studie fanden die Forschenden heraus, dass Eierstockkrebszellen nach der Exposition gegenüber PARP-Inhibitoren rasch ein Überlebensprogramm aktivieren. Ein wichtiger Faktor dieser Reaktion ist FRA1, ein Transkriptionsfaktor, der Gene aktiviert, die es Krebszellen ermöglichen, sich anzupassen und dem Zelltod zu entgehen. „Diese Arbeit zeigt, dass sich Therapieresistenz nicht immer langsam entwickelt – Krebszellen können Überlebensprogramme sehr früh nach Behandlungsbeginn aktivieren“, erklärt Dr. Arun Kanakkanthara, Krebsforscher an der Mayo Clinic und einer der Hauptautoren der Studie. „Indem wir diese frühe Reaktion gezielt angehen, können wir möglicherweise die Wirksamkeit bestehender Therapien verbessern und Resistenzen verzögern oder verhindern.“ Kombination aus PARP-Inhibitor und Brigatinib verstärkt Wirkung Das Forschungsteam untersuchte, ob Brigatinib, ein FDA-zugelassenes Medikament zur Behandlung bestimmter Lungenkrebsarten, diese Überlebensreaktion blockieren und die Wirkung von PARP-Inhibitoren verstärken kann. Brigatinib wurde aufgrund seiner Fähigkeit ausgewählt, mehrere Signalwege zu hemmen, die für das Überleben von Krebszellen wichtig sind. Die Ergebnisse zeigten, dass die Kombination von Brigatinib mit einem PARP-Inhibitor wirksamer war als die jeweilige Monotherapie. Wichtig ist, dass dieser Effekt nur in Krebszellen, nicht aber in normalen Zellen beobachtet wurde, was auf das Potenzial für einen gezielteren und sichereren Behandlungsansatz hindeutet. Die Forschenden entdeckten auch, dass Brigatinib auf eine bisher unbekannte Weise wirkt. Anstatt über herkömmliche DNA-Reparaturmechanismen zu wirken, hemmt Brigatinib zwei wichtige Signalmoleküle, FAK und EPHA2, die für das Überleben aggressiver Eierstockkrebszellen nötig sind. Die gleichzeitige Blockierung beider Signale schwächte die Anpassungsfähigkeit und Resistenzentwicklung der Krebszellen und machte sie dadurch deutlich anfälliger für PARP-Inhibitoren. Welche Patientinnen besonders gut auf die Therapie ansprechen Die Forschenden entdeckten zudem einen potenziellen Hinweis darauf, welche Patientinnen am meisten von dieser Behandlung profitieren könnten. Tumoren mit hoher Expression der Signalmoleküle FAK und EPHA2 sprachen besser auf die Medikamentenkombination an. Weitere Daten deuten darauf hin, dass Eierstockkrebs mit hohen Konzentrationen dieser Moleküle häufig aggressiver ist, was das Potenzial dieses Ansatzes für schwer behandelbare Fälle unterstreicht. „Aus klinischer Sicht bleibt die Resistenzentwicklung eine der größten Herausforderungen bei der Behandlung von Eierstockkrebs“, so Dr. John Weroha, Onkologe an der Mayo Clinic und einer der Hauptautoren der Studie. „Durch die Kombination mechanistischer Erkenntnisse aus dem Labor von Dr. Kanakkanthara mit meiner klinischen Erfahrung unterstützt diese präklinische Arbeit die Strategie, Resistenzen frühzeitig zu bekämpfen, bevor sie sich entwickeln können. Diese Strategie könnte die Behandlungsergebnisse für Patientinnen verbessern.“ (lj/BIERMANN) Außerdem interessant zum Thema Eierstockkrebs: Opportunistische Salpingektomie senkt das Risiko für serösen Eierstockkrebs Vorklinische Studie: Immuntherapie bei Eierstockkrebs mit gezielter Proteinblockade stärken
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