Lungenkrebspatienten: Je aktiver vor der Therapie, desto besser die Outcomes10. Januar 2020 Foto: © amawasri/Adobe Stock Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass ein Monitoring der körperlichen Aktivität von Menschen zu einer besseren Gesundheit beiträgt. Das kann sich auf eine Reduktion des Body-Mass-Index beziehen oder auf die Suche nach Anzeichen einer Hypertonie. Eine neue Studie deutet nun darauf hin, dass Schrittzähler als Hilfsmittel zur Kontrolle der körperlichen Aktivität eine weitere Rolle spielen könnten: Ihre Daten können die Outcomes bei Patienten vorhersagen, die sich aufgrund von Lungenkrebs einer Radiochemotherapie unterziehen. „Ich betrachte die Dokumentation der Anzahl absolvierter Schritte als ein neues, wichtiges Vitalzeichen in der Krebsbehandlung“, erklärt der Radioonkologe Dr. Nitin Ohri vom Albert Einstein College of Medicine und dem Montefiore Health System in New York. Er hat die kürzlich veröffentlichte Studie geleitet. „Wir haben festgestellt, dass die Verfolgung des Aktivitätsniveaus unserer Patienten in der Zeit vor deren Behandlung Daten von großer Bedeutung liefern kann.“ „Unsere Studie zeigt, dass Menschen, die an ihrem Alter gemessen eher inaktiv sind, es mit der Strahlentherapie deutlich schwerer haben werden. Es ist wahrscheinlicher, dass sie im Krankenhaus landen, dass es zu Verzögerungen bei der Behandlung und zu Rezidiven kommt. Geringer hingegen ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Patienten überleben. Das sind wertvolle Informationen, die es wert sind, bei Behandlungsentscheidungen berücksichtigt zu werden.“ Ohri und sein Team hatten das Aktivitätsniveau von 50 Patienten mit lokal fortgeschrittenem nicht kleinzelligem Lungenkrebs gemessen. Alle diese Patienten hatten vor Beginn ihrer Radiochemotherapie Schrittzähler getragen. Die Studienteilnehmer wurden anhand der Anzahl der Schritte, die sie jeden Tag absolvierten, sowie angepasst an ihr Alter als inaktiv, mäßig aktiv oder hochaktiv eingestuft. Die Forscher stellten dramatische Unterschiede zwischen den Patienten in jeder Gruppe dahingehend fest, wie gut sie die anschließende Therapie vertrugen. Personen, die zu Studienbeginn inaktiv waren, schnitten am schlechtesten ab. Zum Beispiel musste die Hälfte der Personen in der inaktiven Gruppe während der Behandlung in ein Krankenhaus eingeliefert werden, verglichen mit nur neun Prozent der Personen, die aktiver waren. Nur ungefähr zehn Prozent der inaktiven Patienten waren nach 18 Monaten noch am Leben und krankheitsfrei, verglichen mit ungefähr 60 Prozent derjenigen, die als aktiver eingestuft worden waren. Insgesamt waren 45 Prozent der inaktiven Patienten nach 18 Monaten noch am Leben, verglichen mit mehr als 75 Prozent der aktiveren Patienten. Während sich diese Studie auf das Aktivitätsniveau vor Beginn der Behandlung konzentrierte, haben frühere Untersuchungen von Ohri gezeigt, dass Patienten während der Behandlung häufig an Aktivität verlieren, was negative Folgen hat. „Wenn die Aktivität während der Behandlung abnahm, war dies ein Indikator dafür, dass die Patienten in den darauf folgenden Tagen einem hohen Hospitalisierungsrisiko ausgesetzt waren“, berichtet er. Ohri räumt ein, dass es sich um eine kleine Studie handelt und sie somit kaum Einfluss auf die klinische Praxis haben wird. Er hofft aber, dass seine Ergebnisse Forscher, die an großen, multizentrischen klinischen Studien mit neuen Krebstherapien arbeiten, dazu ermutigen werden, im Rahmen ihrer Datenerfassung auch das Aktivitätsniveau der Patienten zu überwachen. „Wenn die Anzahl der Schritte einer Person während der Behandlung dramatisch abnimmt – beispielsweise von 5000 auf 2000 Schritte pro Tag -, muss diese Veränderung erörtert werden. Ein objektiver Indikator für den Funktionsstatus des Patienten könnte entscheidend sein, um zu ermitteln, wer während der Behandlung zusätzliche Pflege benötigt.“
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