LWL-Sozialstiftung fördert Recovery-College20. Mai 2021 Freuen sich über die Förderung durch die LWL-Sozialstiftung (v.l.): Prof. Michael Schulz, Mitarbeiter der Stabsgruppe für Klinikentwicklung und Forschung, Andrea Zingsheim, Genesungsbegleiterin und -trainerin und Mitarbeiterin der Stabsgruppe für Klinikentwicklung und Forschung, sowie Prof. Klaus-Thomas Kronmüller, Ärztlicher Direktor des LWL-Klinikums Gütersloh, haben das “Recovery College Gütersloh-OWL” aus der Taufe gehoben haben. (Foto: LWL/Sallermann) Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat ein Sozialstiftung gegründet, um Menschen mit körperlichen, kognitiven oder psychischen Beeinträchtigungen zu unterstützen. Ihr erstes großes Projekt ist das “Recovery College Gütersloh-OWL” am LWL-Klinikum Gütersloh. Das Ziel des Gesamtprojektes, das mit rund 400.000 Euro für drei Jahre gefördert wird, ist der Aufbau eine der ersten Schulen für Genesung in Deutschland. Vorbilder gibt es bisher besonders im angelsächsischen Raum. Das Modellprojekt soll als “Akademie für Gesundheit und Wohlbefinden” generell die seelische Gesundheit der Menschen in Ostwestfalen fördern. Gesundheitskompetenz für seelisches Wohlbefinden vermitteln Die Grundidee eines Recovery Colleges: die Förderung von Gesundheitskompetenz und Krankheitsbewältigung durch Erwachsenenbildung und nicht nur durch eine medizinische Behandlung allein. “Recovery Colleges haben einen präventiven Charakter und richten sich an Betroffene, Angehörige und Menschen in den Kommunen, die etwas für ihr seelisches Wohlbefinden tun möchten”, sagt der Ärztliche Direktor des LWL-Klinikums Gütersloh, Prof. Klaus-Thomas Kronmüller. Er hat zusammen mit Prof. Michael Löhr, Pflegedirektor des LWL-Klinikums Gütersloh, und Prof. Michael Schulz, Mitarbeiter der Stabsgruppe für Klinikentwicklung und Forschung am LWL-Klinikum Gütersloh, sowie mit psychiatrieerfahrenen Menschen wie der Genesungsbegleiterin und Trainerin Andrea Zingsheim dieses Projekt 2018 ins Leben gerufen. Das Besondere an den Angeboten des Colleges: Hier bieten nicht nur professionelle Fachleute ihre Expertise an. Alle Kurse werden im Tandem moderiert und mindestens einer der Kursleiter hat selbst seelische Krisen durchlebt und engagiert sich als Genesungsbegleiter für andere Patienten. “Expertenwissen aus eigener Erfahrung und Expertenwissen aus der klinischen Erfahrung kommen so zur Geltung”, erläutert Schulz. Bildungs- und Gesprächsangebote nicht nur für Patientinnen und Patienten, sondern für alle Interessierten soll die Gesundheitskompetenz im Hinblick auf das seelische Wohlbefinden stärken. “Das College soll in der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Gütersloh und in Ostwestfalen unterstützen, sowie mehr Teilhabe und Inklusion für Menschen mit psychischen Erkrankungen ermöglichen und Vorurteile abbauen”, sagt Schulz. Zudem solle das College Kompetenzen vermitteln, wie Menschen sich vor Burnout und psychischen Störungen schützen können. “Recovery ist ein zutiefst persönlicher, einzigartiger Veränderungsprozess von Haltung, Werten, Gefühlen, Zielen, Fertigkeiten und Rollen. Es ist ein Weg, um ein befriedigendes, hoffnungsvolles und konstruktives Leben, trotz durch psychische Krankheit verursachte Einschränkungen zu leben”, erklärt Kronmüller. Vorreiter Gütersloh Parallel zum Aufbau dieses Colleges wird das LWL-Klinikum Gütersloh ebenfalls “Recovery-orientiert” weiterentwickelt. Dazu werden unter anderem eine Gruppe Genesungsbegleiter etabliert, Recovery-orientierte Angebote entwickelt, eine Schulung zum Recoverykonzept für Mitarbeitende konzipiert und diese zukünftig in die Struktur des LWL-Psychiatrieverbundes eingespielt, so Schulz. LWL-Direktor Matthias Löb macht aus seiner Begeisterung keinen Hehl: “Ich bin sehr froh, dass das Recovery College in Gütersloh mit Hilfe der Stiftungsmittel jetzt durchstarten kann. Der niederschwellige und vorbeugende Ansatz des Colleges passt zu unserer Zeit, in der immer mehr Menschen psychisch unter Druck stehen und darüber krank werden. Ich kann mir vorstellen, dass wir hier den Startschuss für eine bundesweite Bewegung geben!”
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