“MAFLD”: Nicht alkoholische Fettlebererkrankung neu definiert und benannt

Prof. Jacob George und Prof. Mohammed Eslam. (Foto: © The Westmead Institute for Medical Research)

Ein internationales Gremium unter der Leitung von Forschern des Westmead Institute for Medical Research (WIMR) macht deutlich, wie wichtig es ist, die nicht alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) neu zu definieren und sie als metabolisch assoziierte Fettlebererkrankung (MAFLD) zu bezeichnen.

Die Forscher betonen, dass diese neue Terminologie die Ursachen der Erkrankung besser widerspiegelt.

Die MAFLD ist eine Erkrankung, die durch eine Ansammlung von Fett in der Leber gekennzeichnet ist und mehr als eine Milliarde Menschen betrifft. Im Laufe der Zeit kann sie zu Komplikationen wie Leberzirrhose, Leberversagen, Leberkrebs und Problemen die Herzgesundheit betreffend führen. Das Gremium stellt fest, dass sowohl der Begriff „NAFLD“ als auch die diesbezüglichen diagnostischen Kriterien aktualisiert werden müssen, um das derzeitige Verständnis der Krankheit besser abzubilden.

Prof. Mohammed Eslam, einer der Hauptautoren der Arbeit, erklärt: „Seit seiner ersten Beschreibung im Jahr 1980 haben wir weder überprüft, ob die Bezeichnung angemessen ist, noch die Kriterien für die Diagnose von Fettlebererkrankungen. Durch die Aktualisierung der Terminologie und der Definition können wir präzisere und individuellere Behandlungspfade, Studiendesigns und Arzneimittelentwicklungen erreichen.“

Prof. Jacob George, ebenfalls Hauptautor der Arbeit, ergänzt: „Ursprünglich wurde die Krankheit als Fettleber ohne das Vorliegen eines signifikanten Alkoholkonsums definiert. Diese Definition war problematisch und hat zu einem ‘One-Size-Fits-All’-Ansatz in der Therapie geführt, obwohl wir signifikante Variationen bei Patienten beobachten, die von der Krankheit betroffen sind. Dies könnte einer der Gründe dafür sein, dass wir in aktuellen Studien relativ niedrige Ansprechraten beobachten.“

„Der propagierte Name und die vorgeschlagene Definition berücksichtigen, dass die Erkrankung, die wir sehen, mit einer Stoffwechselstörung assoziiert ist. Sie berücksichtigen außerdem, dass es mehrere, sich überschneidende Ursachen und treibende Faktoren der Krankheit gibt.“

Die Forscher führen derzeit weitere Studien durch, um die verschiedenen Subtypen und Ursachen von MAFLD zu charakterisieren und neue klinische Studien sowie Praxisempfehlungen für das Management betroffener Patienten zu entwickeln.

„Letztendlich hoffen wir, dass wir durch die Stärkung der diagnostischen Kriterien und der Terminologie im Zusammenhang mit MAFLD dazu beitragen können, das Voranschreiten der Erkrankung und die Anzahl der weltweit davon betroffenen Menschen zu verringern“, erklärt George.