Makrophagen-Subpopulation phagozytiert Melanomzellen28. Mai 2026 Symbolbild: © Corona Borealis – stock.adobe.com Forschende aus Australien haben Makrophagen in Echtzeit dabei beobachtet, wie sie Melanomzellen angreifen und phagozytieren. Die im „Journal of Experimental Medicine“ veröffentlichten Befunde zeigen eine bislang übersehene Population von CD169-positiven Makrophagen, die die Ränder von Melanomtumoren überwachen, kontinuierlich Tumorzellen phagozytieren und das Tumorwachstum verlangsamen. „Dies ist das erste Mal, dass jemand einen Makrophagen dabei erfasst hat, wie er in Echtzeit eine lebende Tumorzelle angreift und phagozytiert“, sagt Dr. Yuki Keith von der University of New South Wales in Sydney (Australien). „Wir haben stets vermutet, dass Makrophagen mehr leisten – nun liegt ein videobasierter Nachweis vor. Die Untersuchung im lebenden System ist entscheidend, da sie die reale Situation besser abbildet und die Komplexität des Immunsystems zeigt.“ Makrophagen hemmen Tumorwachstum Makrophagen können bis zu 30 Prozent der Zellen innerhalb eines Melanomtumors ausmachen. Es bestand bislang Unklarheit darüber, ob sie das Tumorwachstum fördern oder hemmen. Durch die Identifikation einer CD169-exprimierenden Makrophagen-Subpopulation zeigte sich, dass deren gezielte Depletion zu verstärktem Tumorwachstum führt, was eine wachstumshemmende Funktion belegt. Mittels intravitaler Zwei-Photonen-Mikroskopie beobachteten die Forschenden, dass CD169-positive Makrophagen in vivo lebende Melanomzellen phagozytieren. Analysen humaner Gewebe bestätigten deren Vorkommen in gesunder Haut und deren Anreicherung an Tumorrändern. Die Makrophagen phagozytieren lebende Tumorzellen und begrenzen das Tumorwachstum offenbar unabhängig von T- und B-Lymphozyten. Diese Ergebnisse könnten nach Ansicht der Autoren für die Immuncheckpoint-Blockade, insbesondere im Kontext immunologisch „kalter“ Tumoren, relevant sein. Makrophagen fungieren zudem als antigenpräsentierende Zellen, indem sie nach der Phagozytose Antigenfragmente präsentieren und potenziell T-Zellen rekrutieren. Zukünftige therapeutische Strategien könnten darauf abzielen, diese CD169-exprimierende Makrophagenpopulation zu verstärken, ihre phagozytische Aktivität zu erhöhen oder ihre Antigenpräsentation zu optimieren. (ins)
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