Mammographie-Screening mit KI: Weniger Aufwand, weniger aggressive Intervallkarzinome12. Mai 2026 Bild: ©GrandDesign – stock.adobe.com Ein durch Künstliche Intelligenz (KI) gestütztes Mammographie-Screening zeigte in einer aktuellen schwedischen Studie im Vergleich zur standardmäßigen Doppelbefundung durchweg günstige Ergebnisse. Die Rate der Intervallkarzinome sei nicht unterlegen gewesen und es seien weniger Intervallkarzinome mit ungünstigen Merkmalen aufgetreten, berichtet das Team um Erstautorin Jessie Gommers und Seniorautorin Dr. Kristina Lång von der Universität in Lund. Zudem waren die Sensitivität höher und die Spezifität gleich, bei reduziertem Befundungsaufwand. In dieser kontrollierten, einfach verblindeten, populationsbasierten Nichtunterlegenheitsstudie (NCT04838756) wurden die Teilnehmerinnen 1:1 entweder für das KI-gestützte Mammographie-Screening (Interventionsgruppe) oder die Standard-Doppelbefundung ohne KI (Kontrollgruppe) randomisiert. Die KI wurde zur Triage der Untersuchungen für die Einzel- oder Doppelbefundung durch Radiologen und zur Unterstützung der Detektion eingesetzt. Die aktuelle „Lancet“-Publikation repräsentiert eine protokollgemäße Analyse des primären Endpunkts – der Intervallkarzinomrate – bei einer Nichtunterlegenheitsmarge von 20 Prozent. Weniger aggressive Intervallkarzinome dank KI Zwischen dem 12.04.2021 und dem 07.12.2022 wurden 105.934 Frauen für die Interventions- oder die Kontrollgruppe randomisiert. Von der Analyse ausgeschlossen wurden 19 Frauen. Das mediane Alter berechneten die Autoren mit 53,8 Jahren (IQR 46,5–63,3) in der Interventionsgruppe und 53,7 Jahren (IQR 46,5–63,2) in der Kontrollgruppe. Bei den Raten an Intervallkarzinomen kommen sie auf 1,55 (95%-KI 1,23–1,92) bzw. 1,76 (1,42–2,15) pro 1000 Teilnehmerinnen in der Interventions- bzw. Kontrollgruppe. Daraus ergab sich ein Nichtunterlegenheitsverhältnis von 0,88 (95%-KI 0,65–1,18; p=0,41). Deskriptiv betrachtet wies die Interventionsgruppe weniger invasive Intervallkarzinome (75 vs. 89), T2+ (38 vs. 48) und Nicht-Luminal-A-Karzinome (43 vs. 59) auf als die Kontrollgruppe. Zudem war die Sensitivität in der Interventionsgruppe höher (80,5%; 95 %-KI 76,4–84,2) als in der Kontrollgruppe (73,8%; 95%-KI 68,9–78,3; p=0,031). Wie Gommers et al. ergänzen, war dieser Effekt unabhängig von Alter und Brustdichte und galt für invasive Karzinome, nicht jedoch für In-situ-Karzinome. Die Spezifität beziffern sie in beiden Gruppen auf 98,5 Prozent (95%-KI 98,4–98,6; p=0,88). (sf) Mehr zu KI in der Onkologie: Künstliche Intelligenz identifiziert Risikomuster für Hautkrebs in Registerdaten
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