Mangelhaft: Partizipative Entscheidungsfindung zum Lungenkrebs-Screening in den USA28. Dezember 2018 Foto: © Bits and Splits/Fotolia In den USA empfiehlt die Prevention Services Task Force, dass Ärzte und Patienten vor der Durchführung eines Screenings von Patienten auf Lungenkrebs (LCS) mittels niedrig dosierter Computertomographie gemeinsam zu einer Entscheidung darüber finden. Auch die Centers for Medicare & Medicaid Services sehen eine partizipative Entscheidungsfindung unter Verwendung einer Entscheidungshilfe als Voraussetzung für ein LCS. Da man aber laut den Autoren einer aktuellen Studie wenig darüber weiß, wie häufig eine solche partizipative Entscheidungsfindung in der Praxis tatsächlich durchgeführt wird, haben sie die Qualität einer solchen gemeinsamen Entscheidungsfindung untersucht. Sie stellten anhand einer allerdings nur kleinen Stichprobe fest, dass die Qualität der partizipativen Entscheidungsfindung im Allgemeinen sehr zu wünschen übrig lässt. Zwischen dem 1. April 2014 und dem 1. März 2018 wurden 14 Gespräche über die Durchführung einer LCS zwischen Hausärzten bzw. Pneumologen und Patienten aufgezeichnet und analysiert. Das Kommunikationsverhalten der Ärzte wurde anhand der OPTION-Skala (Observing Patient Involvement in Decision Making) bewertet, einem validierten 12 Punkte umfassenden SDM-Messwerkzeug (Gesamtpunktzahl 0–100 Punkte; 0=kein SDM-Nachweis; 100=SDM auf höchstem Kompetenzniveau). Bei den 14 Patienten handelte es sich um 9 Frauen und 5 Männer mit einem Durchschnittsalter von 63,9 Jahren. Von diesen Patienten waren 7 bei Medicare versichert, 8 waren Raucher. Die Hälfte der Gespräche wurde von Hausärzten geführt. Der mittlere OPTION-Gesamtwert für die 14 Gespräche lag bei 6 (Bereich 0–17). In keinem Fall wurden die Mindest-Kompetenzkriterien für 8 von 12 Handlungsschritten für eine partizipative Entscheidungsfindung erfüllt. Ein LCS wurde von den Ärzten durchweg empfohlen. Mögliche negative Folgen wie falsch-positive Ergebnisse und deren Konsequenzen oder eine Überdiagnose wurden praktisch gar nicht erörtert. Die Patientengespräche dauerten im Mittel 13,07 min (Bereich 3,8–27,09 min), das LCS wurde aber im Durchschnitt nur 0,59 min (Bereich 0,16–2,19 min) oder in 8 % der Gesamtgesprächszeit diskutiert (Bereich 1–18). Es gab keine Belege dafür, dass Entscheidungshilfen oder andere Patientenaufklärungsmaterialien für LCS verwendet wurden.
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