MANTA-Technik schont das Corpus spongiosum7. Februar 2024 Manta ist nicht nur ein Rochen (und ein Auto), sondern auch ein Akronym für eine neue Operationstechnik bei penilen Harnröhrenstrukturen. Foto: nickeverett1981 – stock.adobe.com Urologen aus Deutschland und China stellen im „BJU International“ eine chirurgische Modifikation zur Korrektur bulbärer Harnröhrenstrikturen mit kurzen, stark obliterierenden Segmenten vor (mucomucosal anastomotic non-transecting augmentation, MANTA). Sie berichten über „hervorragende langfristige objektive und vom Patienten berichtete Ergebnisse“. Bei der neuen Technik wird die Striktur von ventral angegangen, um eine ausgedehnte Dissektion und Mobilisierung zu vermeiden. Dorsal wird die Narbe oberflächlich exzidiert und das Corpus spongiosum bleibt intakt. Die dorsale mukomuköse Anastomose wird durch ein ventrales Onlay-Transplantat ergänzt. Die Urologen um PD Dr. Malte W. Vetterlein vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf berücksichtigten Patienten, die sich zwischen Juli 2016 und Dezember 2019 einer Rekonstruktion der bulbären Harnröhre mittels Mundschleimhaut (Bulbar-Buccal-Mucosal-Graft-Urethroplastik, BMGU) unterzogen. Zulassungskriterien für eine MANTA-Urethroplastik waren Strikturen ≥2 cm mit einem obliterativen Segment ≤1,5 cm. Für die Studie erfassten Erstautor Phillip Marks und seine Kollegen prospektiv die perioperativen Merkmale, einschließlich Uroflowmetrie-Daten und validierter, vom Patienten berichteter Ergebnismessungen zur Blasenentleerungs-, Erektions- und Kontinenzfunktion. Zudem bewerteten sie die funktionelle Nachsorge und berücksichtigten dabei den vom Patienten berichteten LUTS-Score (LUTS: lower urinary tract symptoms) und den funktionellen Erfolg. Als Rezidiv wurde die Notwendigkeit einer erneuten Behandlung definiert. Von 641 Männern, die mit anteriorer BMGU behandelt wurden, unterzogen sich 54 (8,4%) einer MANTA-Urethroplastik. Insgesamt hatten 26 (48%) und 45 (83%) eine Dilatation bzw. Urethrotomie in der Vorgeschichte, und 14 (26%) waren Wiederholungsfälle. Bei 38 (70%) Patienten lag die Striktur bulbär und bei 16 Patienten (30%) penobulbär. Die mittlere Transplantatlänge betrug 4,5 cm (SD 1,4). Bei einer Nachbeobachtungszeit von im Median 41 (27–53) Monaten lag die funktionelle Erfolgsrate bei 93%. Während sich der Median des LUTS-Scores vom Ausgangswert bis zur postoperativen Phase signifikant verbesserte (13 vs. 3,5; p<0,001), gab es keine Veränderung der erektilen Funktion (Median des Score im Fragebogen „International Index of Erectile Function – Erectile Function Domain“: 27 vs. 24) oder der Harnkontinenz (medianer Summenscore im Fragebogen „International Consultation on Incontinence Questionnaire – Urinary Incontinence Short Form“: 0 vs. 0; alle p ≥0,4). Alle Patienten waren mit dem Ergebnis ihrer Operation „zufrieden“ (27%) oder „sehr zufrieden“ (73%). (ms)
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