Matthias Tschöp erhält Paul-Langerhans-Medaille6. Juni 2019 Preisträger Prof. Matthias H. Tschöp hält die Paul-Langerhans-Vorlesung. Foto: © DDG / Deckbar Die Paul-Langerhans-Medaille 2019 geht an Prof. Dr. med. Dr. h.c. Matthias Tschöp. Die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) zeichnet damit Tschöp’s Leistungen bei der Erforschung des Diabetes mellitus und der Entwicklung neuer Wirkstoffkandidaten zur Behandlung von Typ-2-Diabetes aus. Die Langerhans-Medaille ist die höchste von der Deutschen Diabetes Gesellschaft vergebene Auszeichnung. Mit der nach dem Mediziner Paul Langerhans benannten Medaille werden seit über 40 Jahren internationale Spitzenforscher der Diabetologie ausgezeichnet. Prof. Matthias H. Tschöp, Diabetesforscher und CEO des Helmholtz Zentrums München, erhielt die Auszeichnung im Rahmen des Deutschen Diabetes Kongresses, der mit 7.000 Teilnehmern in Berlin stattfand. Kongresspräsident Prof. Michael Roden überreichte die Medaille für „erstklassige Leistungen bei der Erforschung des Diabetes mellitus und einen großen Durchbruch auf dem Weg zu einer individualisierten Therapie des Typ-2-Diabetes“. Matthias Tschöp beschäftigt sich in seiner Forschung mit den Botenstoffen, die über Kommunikation zwischen Magen-Darm System und Gehirn Blutzucker, Stoffwechsel und Appetit steuern. Er entschlüsselte dabei entscheidende Signalwege wie zum Beispiel das Hungersignal Ghrelin. Gemeinsam mit dem Chemiker Richard DiMarchi entwickelte Tschöp neue Wirkstoff-Kandidaten zur Behandlung von Typ-2-Diabetes und Adipositas, sogenannte Poly-Agonisten, die die gleichzeitige Wirkung mehrerer Hormone imitieren. In klinischen Studien haben sich einige dieser Poly-Agonisten inzwischen als äußerst vielversprechend zur verbesserten Behandlung von Adipositas und Typ-2-Diabetes erwiesen und befinden sich jetzt bereits in klinischen Phase 2 und 3-Studien. Die Auszeichnung ist mit der prestigeträchtigen Paul-Langerhans-Vorlesung auf dem Deutschen Diabetes Kongress verbunden. Tschöp gab in seinem Vortrag einen Überblick über Mechanismen und Wirksamkeit der von ihm und seinem Team entdeckten Poly-Agonisten. „Die Paul-Langerhans-Medaille ist für mich eine ganz besondere Ehre, auch weil viele der in vergangenen Jahren Ausgezeichneten meine Vorbilder im Kampf gegen Diabetes waren und sind. Die riesige Herausforderung, vor die uns die rasch weiter fortschreitende Diabetes-Epidemie stellt, können wir nur gemeinsam lösen. Neue Wirkstoffkandidaten wie die von uns entdeckten Poly-Agonisten geben uns Hoffnung, einen relevanten Durchbruch erzielt zu haben – aber die Zeit droht uns weiterhin davonzulaufen: Von unseren ersten Beobachtungen dieser Hormoninteraktionen bis zur Phase -3- Studie waren bereits mehr als 13 Jahre harte Arbeit notwendig“, gibt der Arzt und Forscher zu bedenken. Seit August 2018 ist Matthias Tschöp Wissenschaftlicher Geschäftsführer am Helmholtz Zentrum München. Er war 2012 nach langjähriger Tätigkeit in den USA als erster Mediziner mit einer Alexander-von-Humboldt-Professur an die Technische Universität München und an das Helmholtz Zentrum München berufen worden. Dort leitete er den Aufbau des Helmholtz Diabetes Centers und gründete den Helmholtz Pioneer Campus. Für seine wissenschaftlichen Leistungen erhielt er zahlreiche Ehrungen, unter anderem die Outstanding Scientific Achievement Awards der American Diabetes Association und der Obesity Society, den Paul-Martini-Preis, den Erwin-Schrödinger-Preis, die European Medal der Society for Endocrinology, einen ERC Advanced Grant, den Innovation Award der Endocrine Society, den Familie-Hansen-Preis, die Rolf Sammet Professur, sowie die Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig. Er ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die ihn 2017 mit der Carus-Medaille auszeichnete.
Mehr erfahren zu: "Netzhautschäden durch einen Diabetes mellitus bleiben oft lange unbemerkt" Netzhautschäden durch einen Diabetes mellitus bleiben oft lange unbemerkt Am 26. September ist World Retina Day. Anlässlich dieses Tages erklären Experten der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), welche Warnzeichen Betroffene kennen sollten, wann Kontrollen nötig sind und wie sich das […]
Mehr erfahren zu: "GLP-1-Präparate können bei Kindern zu Nährstoffmangel führen" GLP-1-Präparate können bei Kindern zu Nährstoffmangel führen Kinder, die zur Gewichtsreduktion, bei Prädiabetes oder Typ-2-Diabetes GLP-1-Rezeptoragonisten erhalten, haben ein erhöhtes Risiko für Nährstoffmangel. Dies geht aus einer aktuellen Studie in „Childhood Obesity“ hervor. Vor allem ein Vitamin-D-Mangel […]
Mehr erfahren zu: "Renaler Nutzen von GLP-1-RA und SGLT2-Inhibitoren bei Typ-2-Diabetes abhängig von Albuminurie" Renaler Nutzen von GLP-1-RA und SGLT2-Inhibitoren bei Typ-2-Diabetes abhängig von Albuminurie Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes könnte die Albuminurie ein wichtiger Marker dafür sein, bei welchen Patienten GLP-1-Rezeptoragonisten und SGLT2-Inhibitoren einen zusätzlichen renalen Nutzen haben. Das geht aus einer aktuellen Analyse von […]