MedUni Wien etabliert Forschungsplattform Transplantationsmedizin27. September 2019 Foto: © doomu/Adobe Stock Die Medizinische Universität Wien und das AKH Wien sind nach eigenen Angaben eines der aktivsten Transplantationszentren Europas. Eine neu etablierte eigene Forschungsplattform in diesem Bereich soll die akademische Vernetzung stärken und helfen, noch ungelöste Probleme in den Griff zu bekommen. An den Transplantationszentren der MedUni Wien und des AKH Wien wurden allein im Jahr 2018 insgesamt 355 Organe transplantiert, allen voran Niere (150), gefolgt von Lunge (103), Leber (57) und Herz (43). Organtransplantationen sind hochkomplexe medizinische Eingriffe, bei denen die Zusammenarbeit von erfahrenen Teams aus zahlreichen Spezialdisziplinen erforderlich ist. Um die akademische Vernetzung und die nächste Generation an WissenschafterInnen in diesem relevanten Forschungsfeld zu fördern, hat die MedUni Wien die Forschungsplattform Transplantation ins Leben gerufen. Hier sollen noch offene Fragen zum Thema Organabstoßung und Verlust der Organfunktion gelöst werden, wie Rainer Oberbauer, Leiter der Klinischen Abteilung für Nephrologie und Dialyse, der die Plattform gemeinsam mit dem Transplantationsimmunologen Thomas Wekerle leitet, festhält: „Wir betreiben beide schon lange Transplantationsforschung und staunen täglich, dass die klinischen Ergebnisse so gut sind, obwohl die Immunreaktion so komplex ist. Es gibt hier aber noch sehr viel zu tun.“ Vor allem in der Grundlagenforschung und deren Überführung in den klinischen Alltag (Translationsforschung) stecke noch viel Potenzial, ergänzt Wekerle: „Mit der Vernetzungsplattform wollen wir dazu beitragen, dass in diesem wichtigen Bereich mehr Austausch passiert.“ Trotz enormer medizinischer Fortschritte in den vergangenen Jahren gibt es in der Transplantationsmedizin noch große ungelöste Probleme. Das dringendste sehen Wekerle und Oberbauer im schleichenden Verlust der Transplantatfunktion, was die Lebenserwartung der Menschen mit einem Spenderorgan einschränkt. Hier sind neue Erkenntnisse gefragt, um einen Schritt weiterzukommen – aber dazu brauche es Forschung auf einem international hohen Niveau. Die Plattform ist für alle WissenschafterInnen offen, die an der MedUni Wien tätig sind. Nach dem Kick-off am 27. September soll außerdem eine eigens dafür entwickelte Seminarreihe junge High-Potentials für diesen Forschungsbereich gewinnen. Wekerle und Oberbauer haben an der MedUni Wien und dem AKH Wien eine nach eigenen Angaben weltweit einzigartige Studie gestartet. Diese soll Patienten, die eine neue Niere erhalten haben, künftig die toxische Vorbehandlung ersparen. Stattdessen erhalten sie eine spezielle Zelltherapie, die dafür sorgen soll, dass das Spenderorgan nicht abgestoßen wird. Eine Reihe an klinischen und theoretischen Abteilungen ist in diese Forschung eingebunden. Die beiden Wissenschafter hoffen, in einem Jahr über erste Ergebnisse berichten zu können.
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