Melanom: Kupferionen aus Silikon-Patch hemmen Tumorwachstum21. April 2026 Bild: © greenapple78 – stock.adobe.com Forschende aus China berichten in „ACS Nano“ von einer nicht invasiven Melanomtherapie in Form eines wärmeaktivierbaren Silikon-Patches. In Mausmodellen reduzierte das Pflaster die Melanomläsionen, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen. Melanome entstehen typischerweise in Epidermis und Dermis, wodurch die selektive Zerstörung der Tumorzellen bei Erhalt der gesunden Haut eine Herausforderung darstellt. Fortschritte in der Nanotechnologie könnten gezieltere und schonendere Optionen für die Hautkrebstherapie eröffnen. Ein Beispiel ist laserinduziertes Graphen, ein poröses Kohlenstoffmaterial, das durch Laserbestrahlung erzeugt wird. Forschende aus China füllten dessen Poren mit Kupferoxid und betteten es in ein dehnbares Silikonpolymer ein, um ein Hautpflaster zur gezielten Melanomtherapie zu entwickeln. Das Pflaster ist weich, elastisch, atmungsaktiv und chemisch inert. Die Forschenden vermuteten, dass durch milde Erwärmung Kupferionen freigesetzt werden, die mit der DNA der Tumorzellen interagieren und diese durch oxidativen Stress zerstören. Dieser Prozess soll zudem eine Immunreaktion auslösen, die die Metastasierung hemmt. Untersuchung in vitro und im Mausmodell Zur Überprüfung wurde das Pflaster über kultivierte Melanomzellen gelegt und mittels eines niederenergetischen Lasers auf 42 °C erwärmt. Im aktivierten Zustand setzte es Kupferionen frei, die direkt auf die darunterliegenden Tumorzellen wirkten. Die Kupferionen zerstörten den Großteil der kultivierten Melanomzellen und reduzierten deren Beweglichkeit. In einer vorläufigen zehntägigen Studie an Mäusen mit Melanom wurde das Pflaster an den Tagen 1 und 5 jeweils eine Stunde mit dem Laser aktiviert. Die Behandlung verringerte die Melanomläsionen um 97 Prozent. Gewebeproben zeigten keine Migration von Tumorzellen über die Tumorgrenze hinaus und keine auffällige Anreicherung von Kupferionen in Organen oder Blut. Die ermutigenden frühen Ergebnisse – kombiniert mit der Möglichkeit zur Wiederverwendung und einer einfachen Anwendung – lassen darauf schließen, dass diese Technologie künftig eine gezielte und effektive Therapieoption für das Melanom beim Menschen darstellen könnte. (ins)
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