Menopause: Ab wann tritt sie ein?

Aufgrund von Hormontherapien fällt es immer mehr älteren Frauen schwerer, den Eintritt ihrer Menopause zu erkennen (Foto: silviarita/Pixabay).

Bei immer mehr Frauen tritt die Menopause später ein. Es gibt Vermutungen, dass ähnlich wie die Menarche, die bessere Gesundheit und gynäkologische Versorgung das Eintrittsalter nach hinten verschiebt. Doch wie eine schwedische Populationsstudie zeigt, spielen weitere Faktoren ebenso eine Rolle, wodurch sich das Alter nur schwer einschätzen lässt.

Die Prospective Population Study of Women in Gothenburg befragt regelmäßig Frauen im Alter von 38 bis 50. In der aktuellen Auswertung stießen die Forscher um Erstautorin Kerstin Rödström, Universität Göteborg, jedoch auf ein Problem: Viele 50-Jährige waren nicht in der Lage anzugeben, ab wann sie menopausal wurden. “Wir haben uns die Zahl der 50-Jährigen angesehen, die noch menstruierten und jene, die bereits menopausal waren”, erklärt Rödström in einer Pressemitteilung der Universität. “Im Vergleich zum Jahr 1992 ist der Anteil jener Frauen etwas geschrumpft, die noch ihre Menstruation hatten. Allerdings waren sich viele Frauen unsicher, weil sie Hormone einnahmen.”

Die Kohorte bestand aus 1873 Teilnehmerinnen im Alter von 38 und 50 Jahren, die das erste Mal in den Jahren 1968 und 1969 befragt wurden. Die Follow-ups erfolgten 1980/1981, 1992/1993, 2004/2005 sowie 2016/2017. In dieser Zeit wurden darüber hinaus weitere Frauen rekrutiert. Im Laufe der Jahre stieg bei 38-jährigen Frauen beispielsweise die Prävalenz von Hormonspiralen von etwa 11 Prozent (2004/2005) auf etwa 14 Prozent (2016/2017) an. Im gleichen Zeitraum stieg die Nutzung von Hormonspiralen bei den 50-Jährigen von 6 auf 15,5 Prozent.

Laut Untersuchung verhüteten insgesamt etwas mehr als 37 Prozent der 50-jährigen Frauen hormonell (Hormonspirale, orale Kontrazeptiva usw.). Darunter befanden sich auch jene, die aufgrund einer Operation menopausal wurden. “Die Studie zeigt, dass Frauen heute sehr viel Verantwortung und Kontrolle über ihre eigene Fertilität und Wohlbefinden haben, auch im mittleren Alter”, ergänzt Dr. Cecilia Björkelund, Leitautorin der Studie. Aufgrund des Anstiegs an Hormontherapien sei es schwieriger gefunden, den Beginn der Menopause abzuschätzen, schlussfolgern die Mediziner. Dies sei in aktuellen und zukünftigen Untersuchungen zu berücksichtigen.