Menschen leben länger – und sind dabei länger krank27. Juli 2026 Bild: Arslan Haider – stock.adobe.com Die Lebenserwartung steigt weltweit. Doch immer mehr Jahre verbringen Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen – insbesondere Frauen. Dabei ließen sich viele Probleme vermeiden. Weltweit steigt die Lebenserwartung – aber Menschen verbringen am Lebensende auch immer mehr Zeit bei schlechter Gesundheit. Das betrifft besonders stark wohlhabende Länder, wie ein internationales Forschungsteam nach Auswertung globaler Daten für den Zeitraum von 1990 bis 2023 im Fachjournal „The Lancet Public Health“ schreibt. Laut der Studie verbrachten Menschen 1990 im Mittel 8,8 Lebensjahre bei schlechter Gesundheit, was 13,6 Prozent ihrer Lebenszeit entsprach. 2023 waren es fast zwei Jahre mehr: 10,7 Jahre – und 14,5 Prozent ihres Lebens. In der Studie wertete das Team um Christopher Murray vom Institute for Health Metrics and Evaluation der University of Washington in Seattle Daten aus 204 Ländern und Regionen zur Lebenserwartung aus – und auch zur Lebenszeit bei guter Gesundheit. Demnach beträgt die voraussichtliche Lebensspanne jener Menschen, die 1990 zur Welt kamen, im Mittel 64,6 Jahre. 2023 sind es dann 73,8 Jahre – also fast zehn Jahre mehr. Die Lebensspanne bei guter Gesundheit stieg in diesem Zeitraum von 55,9 auf 63,1 Jahre – also um 7,2 Jahre. Die Lücke nimmt zu „Fortschritte im gesunden Altern sollten nicht nur an der Lebensspanne gemessen werden, sondern an der Gesundheitsspanne“, wird Studienleiter Murray in einer Mitteilung seines Instituts zitiert. Die Krankheitskluft – also die Lücke zwischen Lebensspanne und Gesundheitsspanne – war vor allem in jenen Ländern groß, wo Menschen lange lebten. In den USA betrug sie demnach 14 Jahre, in Australien 13,9 Jahre und in Kanada 13,7 Jahre. In Afrika südlich der Sahara waren es dagegen nur neun Jahre. In Deutschland stieg die Lebenserwartung von 1990 bis 2023 laut der Studie von 75,6 auf 80,9 Jahre. Die Krankheitskluft legte demnach von 10,1 Jahre auf 11,9 Jahre zu. „Mit zunehmender Lebenserwartung werden zunehmend viele Jahre bei schlechter Gesundheit verbracht“, notiert die Gruppe. Viele Krankheiten wären vermeidbar Für Frauen weltweit betrug diese Lücke 2023 durchschnittlich 12,1 Jahre, für Männer 9,3 Jahre. „Frauen leben fast überall auf der Welt länger als Männer, aber sie verbringen mehr dieser zusätzlichen Jahre bei schlechter Gesundheit“, sagt Co-Autorin Catherine Bisignano. Besonders starken Einfluss hatten Probleme mit dem Bewegungsapparat, insbesondere Schmerzen im unteren Rücken, sowie psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angsterkrankungen. Viele dieser Krankheiten seien vermeidbar, schreibt das Team unter Verweis auf hohe Blutzuckerwerte, Übergewicht, Mangelernährung und Rauchen. In Deutschland lag die Lebenserwartung bei Geburt im vergangenen Jahr für Männer bei 79,1 Jahren, für Frauen bei 83,6 Jahren, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Originalarbeit: Hay SI et al. Global, regional, and national trends in the morbidity gap and contributing diseases, injuries, and risk factors, 1990-2023: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2023. Lancet Public Health 2026;11(8):e487-e505. doi: 10.1016/S2468-2667(26)00098-8.
Mehr erfahren zu: "Designierter Bundesgesundheitsminister – Grüne: „Einfach mal machen“ zu wenig im Gesundheitsressort" Designierter Bundesgesundheitsminister – Grüne: „Einfach mal machen“ zu wenig im Gesundheitsressort Carsten Linnemann soll Bundesgesundheitsminister werden. Aus der Opposition kommen Skepsis und Befürchtungen.
Mehr erfahren zu: "Regierungsumbildung: Stühlerücken bei der CDU" Regierungsumbildung: Stühlerücken bei der CDU Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich offenbar für eine größere Kabinettsumbildung entschieden. Das Paket ist aber noch nicht finalisiert. Nina Warken soll ins Kanzleramt wechseln – Carsten Linnemann ins Kabinett.
Mehr erfahren zu: "Mechanismus für Hyperinflammation bei COVID und Autoimmunkrankheiten entdeckt" Mechanismus für Hyperinflammation bei COVID und Autoimmunkrankheiten entdeckt Wissenschaftler beobachteten zur Hochzeit der Corona-Pandemie bei einigen Patienten eine Hyperinflammation. Ein Team unter Federführung der Universitäten und Universitätskliniken des Saarlandes und Münster hat nun einen Mechanismus beschrieben, der dafür […]