Experimentelle Studie: Menthol verstärkt und verlängert die Wirkungsdauer von Nikotin

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Neue Forschungsergebnisse aus einem Tiermodell zeigen, dass männliche Ratten, die mentholhaltigem E-Zigaretten-Aerosol ausgesetzt waren, eine stärkere und länger anhaltende Nikotinwirkung verspürten als Tiere mit ausschließlicher Nikotinexposition.

Die Ergebnisse geben laut den Forschenden Aufschluss darüber, wie Menthol die Wirkung von inhaliertem Nikotin beeinflussen kann.

Es gibt Hinweise darauf, dass Menthol neben seiner kühlenden Wirkung auch nikotinbedingte Reaktionen im Körper und im Verhalten beeinflussen kann. Allerdings ist vergleichsweise wenig darüber bekannt, wie Menthol die Wirkung von Nikotin verändert, wenn beide gemeinsam in einem E-Zigaretten-Aerosol konsumiert werden. Um dies zu untersuchen, erforschte eine Arbeitsgruppe aus Südkorea die Wechselwirkungen an Ratten.

Die Forscher stellten ihre eigenen E-Zigaretten-Liquids her, die Nikotin und Menthol als einzige Aromastoffe enthielten. Für die Studie verwendeten sie 81 männliche Ratten, um die Wirkung von Nikotin- und Menthol-Aerosolen zu untersuchen. Während der Aerosol-Exposition wurden die Ratten in eine transparente Kammer gesetzt. Nikotin- und/oder Menthol-Aerosole wurden im Abstand von fünf Minuten mithilfe eines handelsüblichen E-Zigaretten-Geräts verabreicht, wobei die Anzahl der Züge je nach Experiment variierte. Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler im Journal „ACS Chemical Neuroscience“.

Längere nikotinbedingte Senkung der Körpertemperatur unter Mentholexposition

Nach der Inhalation maßen die Forscher Nikotin und Nikotinabbauprodukte im Blut der Ratten und verfolgten die Veränderungen der Körpertemperatur – eine gut erforschte Nikotinreaktion bei Nagetieren. Im Vergleich zu Nikotin allein bewirkte die Kombination von Menthol und Nikotin, dass die nikotinbedingte Senkung der Körpertemperatur länger ausfiel. Dabei unterschieden sich die Gruppen auch 120 Minuten nach der Exposition noch signifikant voneinander. Die Wissenschaftler stellten auch fest, dass die Nikotinwirkung für die Ratten deutlicher wahrnehmbar wurde. Und: Im Blut der auch Menthol ausgesetzten Ratten wurden höhere Konzentrationen bestimmter Nikotinabbauprodukte festgestellt als bei Ratten, die nur Nikotin-Aerosole inhalierten.

„Die wichtigste Erkenntnis ist, dass Menthol nicht nur als passiver Geschmacksverstärker betrachtet werden sollte“, sagt Seong Shoon Yoon von der Daegu Haany University, einer der Studienautoren. „Unsere Ergebnisse an männlichen Ratten zeigen, dass es sowohl die Intensität als auch die Dauer der physiologischen und interozeptiven Wirkung von Nikotin verändert.“

Als nächstes wollen die Forscher untersuchen, wie genau Menthol die Nikotin-bezogene Signalübertragung im Gehirn modifiziert und ob sich die Effekte bei männlichen und weiblichen Ratten unterscheiden. (ac/BIERMANN)