Merkelzellkarzinom: Steigender Antikörper-Titer weist auf erstes Rezidiv hin

Ein Polyomavirus. Bild: ©Dr_Microbe – stock.adobe.com

Beim Merkelzellkarzinom sollte ein steigender Titer der Antikörper gegen das Merkelzell-Polyomavirus eine engmaschigere Nachsorge auslösen, so das Ergebnis einer neuen Studie in der Fachzeitschrift „JAMA Dermatology“.

Das Merkelzellkarzinom (MCC) wird in der Regel durch das Merkelzell-Polyomavirus (MCPyV) verursacht und tritt bei 40 Prozent der Patienten erneut auf. Die Hälfte der MCC-Patien­ten bildet Antikörper gegen MCPyV-Onkoproteine. Ziel einer aktuellen Studie war die Bewertung der Nützlichkeit solcher Antikörper, um ein erstes Rezidiv früh zu erkennen.

In der prospektiven Kohortenstudie konnte angesichts eines negativen prädiktiven Wertes von 99,3 % ein fallender oder negativer Titer die Notwendigkeit einer Bildgebung überflüssig machen. Umgekehrt sollte ein steigender Anti­körpertiter eine engmaschigere Nachsorge auslösen.

Die Studie verwendete ein Daten- und Probenarchiv aus den Jahren 2008–2020. Patienten mit lokoregio­nalem MCC wurden bei der Dia­gnose einem Serum-Antikörpertest unterzogen. Der erste Titer nach der Behandlung war notwendig, um einen Trend zu ermitteln und wurde nicht zur Risiko­bewertung heran­gezogen. Nachfolgende Titer wurden im Vergleich zu vorherigen Titern als abnehmend oder negativ, als ansteigend oder als stabil definiert.

Unter den 503 Patienten in der Kohorte wurden 1402 serielle Antikörpertests durchgeführt, von denen sich 247 (49 %) als seropositiv heraus­stellten. Insgesamt zeigten 877 einen fallende Titer oder waren negativ, 62 stiegen und 317 waren stabil. Das mediane Follow-up betrug 4,2 Jahre (IQR 1,8–7,4). Im Durchschnitt sanken die Antikörpertiter bei Patienten ohne Rezidiv alle 3 Monate um die Hälfte. Nach einem fallenden oder negativen Titer betrug die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmter Patient 3 Monate lang rezidivfrei blieb, 99,3 % (95 %-KI 98,6–99,8).
Im Gegensatz dazu betrug das Risiko eines Rezidivs in den folgenden 3 Monaten nach einem ein­maligen Anstieg des Titers 36 % (95 %-KI 22–52). Das Risiko stieg nach 12 Monaten auf 58 % (95 %-KI 40–78) und nach 24 Monaten auf 68 % (95 %-KI 48–86). In 57 % der Fälle ging ein Anstieg des Titers klinischen oder radiologischen Anzeichen eines Rezidivs voraus. Der Zeitraum zwischen einem Anstieg des Titers und der klinischen Erkennung der Erkrankung betrug median 3,7 Monate (IQR 1,1-7,5), wobei 90 % der Rezidive innerhalb von 14 Monaten nach dem Anstieg des Titers auftraten. (am/sf)

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