Merkmale und Versorgung von Patienten mit Asthma in Deutschland

© RFBSIP – stock.adobe.com (Symbolbild)

In einer neuen Arbeit hat eine Arbeitsgruppe den typischen deutschen Patienten mit schwerem Asthma charakterisiert. Dafür nutzten die Forschenden Daten aus dem German Asthma Net.

Im German Asthma Net – Nationales Register für schweres Asthma werden Langzeitdaten einer großen Kohorte von Patienten (Alter ≥6 Jahre) gesammelt: demografische Informationen und Krankengeschichte sowie Krankheitsmerkmale (Asthma Control Questionnaire [ACQ]-5, 1-Sekunden-Kapazität [FEV1], Exazerbationen und Biomarker [Eosinophile, Immunglobulin E (IgE), fraktioniertes exhaliertes Stickoxid (FeNO)]).

Die Auswertung, deren Ergebnisse nun veröffentlicht wurden, beinhaltet Daten von 2011 Patienten an 72 Standorten (91,9% Erwachsene). Bei den darin eingeschlossenen Kindern (6–17 Jahre) handelte es sich mit höherer Wahrscheinlichkeit um Jungen, während die erwachsenen Patienten eher weiblich waren (Männer: Kinder/Erwachsene 62%/41%).

Die meisten Patienten erhielten Kombinationen aus einem inhalativen Corticosteroid (ICS) und einem langwirksamen Beta2-Agonisten (78%/81%). Systemische Steroide wurden 38,0% der Erwachsenen verschrieben. Die Asthmakontrolle stellte sich in beiden Gruppen als suboptimal heraus: Bei 21,5%/13,3% wurde die Erkrankung als kontrolliert eingestuft, während 10,4%/49,1% symptomatisch waren und 33,1%/37,2% im vorangegangenen Jahr wegen ihres Asthmas notfallmäßig behandelt werden mussten.

Die mittleren Werte für Eosinophile (400/238 Zellen/μl) und IgE im Blut (494/186 IE/ml) waren bei Kindern höher, die FeNO-Werte niedriger (19/35 ppb). Patienten mit ≥2 Exazerbationen im Vorjahr zeigten eine geringere FEV1 (absolut und in % vom Soll) und niedrigere IgE-Spiegel sowie höhere Werte beim ACQ-5, für FeNO und Eosinophile im Blut (alle p<0,05). Die Studienautoren beobachteten bei erwachsenen Patienten eine schwache, negative Korrelation zwischen ACQ-5 und der FEV1 in % vom Soll (p<0,001).

Fazit
Die Analysen charakterisieren den typischen deutschen Patienten mit schwerem Asthma und informieren über seine Gesamtversorgung. Beurteilt wird die geplante langfristige Nachsorge, ob die Asthmakontrolle optimiert werden kann, wie dies am besten zu erreichen ist und wie eine solche Optimierung den Patienten zugute kommen kann. (ac)

Autoren: Korn S et al.
Korrespondenz: Stephanie Korn; [email protected]
Studie: The German severe asthma patient: Baseline characteristics of patients in the German Severe Asthma Registry, and relationship with exacerbations and control
Quelle: Respir Med 2022;195:106793.
Web: https://doi.org/10.1016/j.rmed.2022.106793