Metachrone Lymphknotenmetastasen bei Prostatakrebs: Elektive Bestrahlung offenbar besser als Metastasen-gerichtete Therapie

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Werden nach einer zunächst erfolgreichen Prostatakrebs-Behandlung per Positronenemissionstomographie (PET) einige wenige Lymphknoten-Metastasen nachgewiesen, stellt sich die Frage nach der besten Therapie.

Die unverblindete, randomisierte, kontrollierte Phase-II-Studie PEACE V-STORM prüfte, ob in dieser Situation die elektive Bestrahlung der Lymphknoten im Beckenbereich (ENRT) einer Metastasen-gerichteten Therapie (MDT) überlegen ist. Zu beiden Ansätzen kam eine 6-monatige Androgendeprivationstherapie (ADT) hinzu. Das Team um Dr. Piet Ost vom Iridium Network in Antwerpen, Belgien, konnte ein besseres MFS mit der ENRT nachweisen, eine Phase-III-Studie zur Bestätigung steht noch aus.

PEACE V-STORM wurde an 21 Krankenhäusern in Australien, Belgien, Italien, Norwegen, Spanien und der Schweiz durchgeführt. Geeignet waren Männer mit einem WHO-Performance-Status von 0–1 und einer histologisch bestätigten initialen Diagnose eines Adenokarzinoms der Prostata sowie mit einem per PET nachgewiesenen Oligorezidiv der Lymphknoten im Becken (≤5 Lymphknoten) nach radikaler lokaler Behandlung.

Von 198 gescreenten Patienten (11.06.2018–30.04.2021) wurden 196 schließlich 1:1 randomisiert für eine MDT (n=99) oder eine ENRT (n=97). Die Randomisierung erfolgte online durch Minimierung mit einem Randomisierungsfaktor von 0,80. Sie war stratifiziert nach dem Typ des PET-Tracers (Cholin vs. prostataspezifisches Membranantigen) und der Art der verwendeten MDT (Salvage-Lymphknotendissektion vs. stereotaktische Körperbestrahlung oder simultan integrierter Boost).

Patienten in der MDT-Gruppe erhielten eine Salvage-Lymphknotendissektion oder eine stereotaktische Strahlentherapie (30 Gy in 3 Fraktionen jeden 2. Tag) zusammen mit einer 6-monatigen ADT. Hingegen erhielten die Teil­nehmer in der ENRT-Gruppe eine Dosis von 45 Gy in 25 Fraktionen im Beckenbereich mit einem simultan integrierten Boost von 65 Gy auf die in der PET positiven Lymphknoten oder eine Salvage-Lymphknoten­dissektion, zusammen mit einer 6-monatigen ADT.

Auswertbar waren 190 Patienten (MDT n=97, ENRT n=93) und die mediane Nachbeobachtung betrug 50 Monate (IQR 42–58). Das 4-Jahres-MFS berechneten die Autoren mit 63  % (80 %-KI 56–69) in der MDT-Gruppe und 76 % (80 %-KI 69–81) in der ENRT-Gruppe (HR 0,62; 80 %-KI 0,44–0,86; p=0,063).

Als häufigste Nebenwirkungen von Grad 3 geben sie Harninkontinenz (6/97 in der MDT-Gruppe [6 %] vs. 9/93 in der ENRT-Gruppe [10 %]) und Diarrhoe an (1 in der MDT-Gruppe [1 %] vs. 2 in der ENRT-Gruppe [2 %]). (sf)