Hypofraktionierte Strahlentherapie bei Prostatakrebs: Isodosen-Regime schonender als jene mit eskalierter Dosis14. August 2025 Bild: ©Mark Kostich – stock.adobe.com Einige Studien haben eine moderat hypofraktionierte Strahlentherapie (MHFRT) mit einer konventionell fraktionierten Strahlentherapie (CFRT) bei Prostatakrebs verglichen. Allerdings hätten sie sich erheblich hinsichtlich Zielsetzung (Nichtunter- vs. Überlegenheit) und der MHFRT-Dosis unterschieden, berichten Forscher um Prof. Amar U. Kishan von der University of California Los Angeles, USA. Daher verglichen sie die Wirksamkeits- und Toxizitätsprofile von Isodosen-MHFRT und dosiseskalierter MHFRT. Ihr Fazit: Beide seien ähnlich wirksam wie die CFRT, allerdings sei die dosiseskalierte MHFRT mit einer höheren Darmtoxizität verbunden, sowohl aus Sicht des Arztes als auch des Patienten. Isodosen-Schemata, z. B. 60 Gy in 20 Fraktionen, sollten das Standard-MHFRT-Schema bei lokalisiertem Prostatakrebs sein, lautet ihr Rat. Bei dieser Untersuchung handelte es sich um die Metaanalyse der Daten individueller Patienten. Dafür hatten die Autoren randomisierte Phase-III-Studien zu CFRT vs. MHFRT identifiziert, die Daten auf Patientenebene zu Wirksamkeit und später Toxizität veröffentlicht hatten. Eine Literaturrecherche mit MEDLINE, Embase, Studienregistern, dem Web of Science, Scopus und Konferenzberichten wurde am 15.12.2023 durchgeführt und am 08.01.2025 wiederholt. Von 1696 zur Überprüfung identifizierten Einträgen konnten 7 Phase-III-Studien in die Analyse einbezogen werden. Aus diesen 7 Studien wurden Daten individueller Patienten erhoben (3454 Patienten aus 3 Studien, in denen die CFRT mit der Isodosen-MHFRT verglichen wurde, und 2426 Teilnehmer von 4 Studien, in denen die CFRT mit einer dosiseskalierten MHFRT verglichen wurde). Nach einer medianen Nachbeobachtung von 5,4 Jahren (IQR 4,6–7,2) für die Isodosen-MHFRT und 7,1 Jahren (IQR 5,7–8,4) für die dosiseskalierte MHFRT konnten Kishan et al. keine Unterschiede beim PFS feststellen (HR 0,92; 95 %-KI 0,81–1,05; p=0,21 bzw. 0,94; 95 %-KI 0,82–1,09; p=0,43). Weder bei der Isodosen- (OR 1,16; 95 %-KI 0,86–1,57; p=0,32) noch bei der dosiseskalierten MHFRT (OR 1,20; 95 %-KI 0,95–1,51; p=0,13) sahen sie ein erhöhtes Risiko für urogenitale toxische Effekte von Grad ≥2. Allerdings beobachteten sie, dass die Odds für gastrointestinale Toxizitäten von Grad ≥2 bei der dosiseskalierten MHFRT signifikant höher ausfielen (OR 1,48; 95 %-KI 1,14–1,92; p=0,0035), nicht jedoch bei der Isodosen-MHFRT (OR 1,30; 95 %-KI 0,59–2,87; p=0,51). Keine Unterschiede sahen die Autoren für die Isodosen-MHFRT bei den Odds für eine Verschlechterung der Lebensqualität bzgl. der Harnwege (OR 1,03; 95 %-KI 0,51–2,09; p=0,93) oder des Darmes (OR 0,76; 95 %-KI 0,40–1,43; p=0,39). Hingegen war die dosiseskalierte MHFRT mit höheren Odds für eine Verschlechterung der Lebensqualität in Bezug auf den Darm verbunden (OR 1,68; 95 %-KI 1,07–2,61; p=0,023). Hinweise auf eine stärkere Verschlechterung der Lebensqualität in Bezug auf die Harnwege ergaben sich jedoch nicht (OR 1,57; 95 %-KI 0,87–2,85; p=0,13). (sf)
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