Metastasenfreies Überleben bleibt valider Surrogat-Endpunkt für Gesamtüberleben beim lokalisierten Prostatakarzinom

Illustration zur Ausbreitung von Krebsmetastasen im Körper. Grafik (KI-generiert): 220 AI Studio – stock.adobe.com

Das metastasenfreie Überleben (MFS) beim lokalisierten Prostatakarzinom (PCa) eignet sich auch in der Ära von Docetaxel bei Kastrationsresistenz als Surrogat-Endpunkt für das Gesamtüberleben (OS). Dies ergibt eine aktuelle Validierungsstudie.

Frühere Arbeiten des Konsortiums „Intermediate Clinical Endpoints in Cancer of the Prostate“ (ICECaP), bekannt as ICECaP-1-Studie, haben gezeigt, dass das MFS ein valider Surrogat-Endpunkt für das OS bei lokalisiertem PCa ist. Jetzt stellten die Wissenschaftler sich die Frage, ob dies auch gilt, seitdem ab ca. 2004 Docetaxel bei metastasiertem kastrationsresistenten PCa verfügbar ist. Dies klärten Erstautorin Wanling Xie vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston (MA, USA), Seniorautor Prof. Christopher Sweeney von der University of Adelaide (Australien) und Kollegen nun in der Studie ICECaP-2. Ihr Ergebnis: Das MFS ist auch heute noch ein valider Surrogat-Endpunkt für das OS und kann als primärer Endpunkt für laufende adjuvante Studien beim lokalisierten PCa genutzt werden.

Als geeignet für ICECaP-2 galten Studien, die Daten individueller Patienten (IPD) nach der Veröffent­lichung von ICECaP-1 lieferten, eine adjuvante/Salvage-Therapie für das lokalisierte PCa evaluierten und MFS- sowie OS-Daten erhoben. Als MFS galt das Überleben bis zum Auftreten von Fernmetastasen oder dem Tod aufgrund jeglicher Ursache. Als OS das wurde das Überleben bis zum Tod, gleich welcher Ursache, bestimmt. Ob sich das MFS als Surrogat eignet, wurde mithilfe eines metaanalytischen 2-stufigen Validierungsmodells bewertet, wobei ein R2≥0,7 a priori als klinisch relevant definiert wurde.

Insgesamt konnte das Team IPD zu 15.164 Patienten aus 14 Studien in ICECaP-2 einbeziehen, wobei 70% der Patienten nach 2004 behandelt wurden. Die mediane Nachbeobachtungszeit geben die Autoren mit 8,3 Jahren und die mediane Überlebenszeit nach Metastasierung mit 3,1 Jahren an, verglichen mit 1,9 Jahren in ICECaP-1. Für die Bedingung 1 bzgl. der Eignung als Surrogat betrug Kendalls Tau 0,92 für das MFS mit OS auf Patientenebene. R2 aus der gewichteten linearen Regression (WLR) des 8-Jahres-OS auf das 5-Jahres-MFS lag bei 0,73 (95 %-KI 0,53–0,82) auf Studienebene. Für Bedingung 2 betrug R2 0,83 (95 %-KI 0,64–0,89) aus der WLR von log[HR]-OS auf log(HR)-MFS. Als Surrogatschwelleneffekt auf das OS bestimmten die Wissenschaftler eine MFS-HR von 0,81.

(sf/ms)